Kliometrie
Kliometrie verstehen: Quantitative Geschichtsanalyse
Wichtige Erkenntnisse
- Cliometrics verwendet Wirtschaftstheorie und Statistik, um historische Daten zu analysieren.
- Diese Methode revolutionierte die Wirtschaftsgeschichte, indem sie quantitative statt qualitative Analyse betonte.
- Cliometrics stützt sich auf vier Säulen: ökonomische Modellierung, Ökonometrie, historische Daten und Computertechnologie.
- Der Ansatz ermöglicht das Testen und Vergleichen historischer Wirtschaftstheorien mit großen Datensätzen.
Was ist Cliometrics?
Cliometrics, auch ökonometrische Geschichte oder neue Wirtschaftsgeschichte genannt, wendet ökonomische Modelle und ökonometrische Analysen auf historische Daten an. Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt, verlagerte es die Wirtschaftsgeschichte hin zu quantitativen Methoden und erlangte Anerkennung, als Douglass North und Robert Fogel den Nobel Prize in Economics erhielten.
Wie Cliometrics die Wirtschaftsgeschichte transformiert
Cliometrics ist ein Bereich der Wirtschaftswissenschaften, der versucht, historische Daten zu nutzen, um wirtschaftliche Prinzipien zu modellieren. Cliometrics verwendet Wirtschaftstheorie und Ökonometrie, um mit Modellierung und Statistik Einblicke in die Vergangenheit zu gewinnen. Die in der Analyse verwendeten Daten umfassen große Mengen an Makrodaten zu Bevölkerungs- und Verhaltenstrends, wie Zensusdaten. Cliometrics ist verwandt mit cliodynamics, der allgemeinen Anwendung moderner mathematischer und statistischer Modelle auf historische Datensätze in anderen Bereichen über die Wirtschaft hinaus.
Akademische Zeitschriften, die sich mit Cliometrics befassen, sind die Economic History Review, Cliometrica und Explorations in Economic History. Beispiele für Artikelthemen sind die Arbeitsproduktivität des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich, Kreditrationierung und Crowding Out während der Industrial Revolution sowie die Beziehung zwischen Bevölkerung und Reallöhnen in der italienischen Geschichte.
Frühere Ansätze der Wirtschaftsgeschichte stützten sich tendenziell auf die qualitativen und narrativen Methoden, die Historikern vertraut sind, und interpretierten die wirtschaftlichen Aspekte historischer Untersuchungen als abhängig von den besonderen oder einzigartigen historischen Bedingungen einer bestimmten Zeit oder Umgebung. Im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Praxis der Wirtschaftswissenschaften jedoch weitgehend durch die Entwicklung und weit verbreitete Übernahme neoklassischer mathematischer Modelle, ökonometrischer statistischer Analysen, der Sammlung und Nutzung großer Wirtschaftsdatensätze wie Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen und der Computertechnologie zur praktischen Anwendung dieser Werkzeuge transformiert. Cliometrics ist einfach die logische Erweiterung dieser Transformation in das Feld der Wirtschaftsgeschichte, basierend auf diesen vier Säulen.
Die Rolle der neoklassischen Modellierung in Cliometrics
Wirtschaftsmodelle, die im 20. Jahrhundert entwickelt wurden, versuchen typischerweise, universelle Gesetze des wirtschaftlichen Verhaltens auf der Grundlage bestimmter Annahmen darüber zu beschreiben, wie rationale Menschen unter den Bedingungen von Knappheit und begrenzten Wahlmöglichkeiten, die ihnen geboten werden, voraussichtlich handeln. Sofern menschliche Rationalität keine erst kürzliche Entwicklung ist, argumentierten frühe Cliometricians, sollten die darauf basierenden Wirtschaftstheorien nicht nur auf aktuelle wirtschaftliche Ereignisse anwendbar sein, sondern auch auf wirtschaftliche Phänomene vor 100 oder 1.000 Jahren.
Ökonometrie: Eine Säule von Cliometrics
Um wirtschaftliche Hypothesen zu testen, passen Ökonometriker formale Wirtschaftsmodelle an, um messbare Wirtschaftsdaten einzubeziehen, und untersuchen, ob die beobachtbaren statistischen Beziehungen zwischen diesen Datensätzen mit den Implikationen der theoretischen Modelle übereinstimmen. Für die Wirtschaftsgeschichte, argumentieren Cliometricians, bedeutet dies, dass konkurrierende Erklärungen historischer Ereignisse wie der Industrial Revolution nicht länger einfach als Meinungsverschiedenheiten darüber betrachtet werden müssen, wie der eine oder andere Historiker die historischen Aufzeichnungen interpretiert, sondern stattdessen rigoros getestet und verglichen werden können, um fehlerhafte historische Theorien zu eliminieren.
Nutzung historischer Daten in Cliometrics
Cliometricians betonen die Verwendung großer Datensätze historischer Informationen zu Preisen, Gütermengen, Einkommen und anderen relevanten wirtschaftlichen Variablen. Umfangreiche Sammlungen dieser Datensätze waren bereits in Form von Handelsaufzeichnungen und veröffentlichten Finanzberichten verfügbar, die Jahre, Jahrzehnte oder in einigen Fällen Jahrhunderte zurückreichen, wurden aber von früheren Wirtschaftshistorikern weitgehend ignoriert oder nur selektiv zur Untermauerung ihrer Narrative verwendet. Dies lag zumindest teilweise einfach an der fehlenden Verfügbarkeit der geeigneten mathematischen und physischen Werkzeuge, um große quantitative Datensätze zu handhaben und sinnvoll zu nutzen.
Die entscheidende Rolle der Computertechnologie in Cliometrics
Für Cliometrics war das letzte Puzzlestück die moderne Computertechnologie. Computer ermöglichen die Verarbeitung einer großen Anzahl mathematischer Operationen auf großen Datensätzen. Ohne sie wäre die Berechnung der Statistiken und Beziehungen zwischen ihnen, die für das Testen von Hypothesen aus der Wirtschaftstheorie zur Wirtschaftsgeschichte erforderlich sind, unmöglich.