Kreditkrise
Kreditkrisen verstehen: Ursachen, Auswirkungen und Beispiele
Wichtige Erkenntnisse
- Eine Kreditkrise tritt auf, wenn der Geldfluss im Finanzsystem schwerwiegend gestört wird.
- Auslöser wie weitverbreitete Kreditausfälle können zu einer Kreditkrise führen.
- Die Kreditkrise von 2007–2008 ist ein Beispiel für eine moderne schwere Kreditkrise.
- Subprime-Hypotheken trugen zur Kreditkrise von 2007–2008 und der darauffolgenden Great Recession bei.
- Es gibt Sicherheitsvorkehrungen im Bankwesen, um solche Krisen zu verhindern, aber Risiken bleiben bestehen.
Was ist eine Kreditkrise?
Eine Kreditkrise ist ein Zusammenbruch eines Finanzsystems, verursacht durch eine plötzliche und schwerwiegende Störung des normalen Geldflussprozesses, der jeder Wirtschaft zugrunde liegt. Ein Mangel an Bargeld bei Banken für die Kreditvergabe ist nur eines einer Reihe von kaskadenartigen Ereignissen, die in einer Kreditkrise auftreten.
Schlüsselfaktoren und Auswirkungen einer Kreditkrise
Eine Kreditkrise hat ein auslösendes Ereignis. Betrachten Sie die potenziellen Auswirkungen einer schweren Dürre, bei der Bauern ihre Ernten verlieren. Ohne die Einnahmen aus den Ernteverkäufen können sie ihre Bankkredite nicht zurückzahlen. Ohne diese Kreditzahlungen hat die Bank Bargeldknappheit und muss die Vergabe neuer Kredite stark zurückfahren. Die Bank benötigt weiterhin Cashflow für ihren gewöhnlichen Betrieb, also erhöht sie die Kreditaufnahme auf dem kurzfristigen Kreditmarkt. Allerdings ist die Bank selbst nun zu einem Kreditrisiko geworden und andere Kreditgeber schneiden sie ab.
Wenn die Krise sich vertieft, beginnt sie den Fluss kurzfristiger Kredite zu unterbrechen, der einen Großteil der Geschäftswelt am Laufen hält. Unternehmen sind auf diesen Prozess angewiesen, um ihren normalen Betrieb aufrechtzuerhalten. Wenn der Fluss versiegt, kann dies verheerende Auswirkungen auf das gesamte Finanzsystem haben.
Im schlimmsten Fall bekommen Kunden Wind von dem Problem und es kommt zu einem Bankansturm, bis kein Bargeld mehr zum Abheben vorhanden ist. In einem etwas positiveren Szenario kämpft sich die Bank durch, aber ihre Standards für Kreditgenehmigungen sind so eingeschränkt, dass die gesamte Wirtschaft, zumindest in dieser von Dürre betroffenen Region, leidet.
Das moderne Bankensystem verfügt über Sicherheitsvorkehrungen, die das Eintreten dieses Szenarios erschweren, darunter die Auflage für Banken, erhebliche Bargeldreserven zu unterhalten. Darüber hinaus hat sich das Bankensystem zu einigen wenigen riesigen globalen Institutionen konsolidiert, was es unwahrscheinlich macht, dass eine regionale Dürre eine systemweite Krise auslösen könnte. Aber diese großen Institutionen haben ihre eigenen Risiken. Hier greift die Regierung ein und rettet Institutionen, die "too big to fail" sind.
Wichtig
Das moderne Bankensystem verfügt über Sicherheitsvorkehrungen, um eine Kreditkrise zu verhindern, obwohl immer noch das Risiko besteht, dass die Kreditverfügbarkeit und der Geldumlauf in der Wirtschaft versiegen könnten.
Lehren aus der Kreditkrise von 2007–2008
Die Kreditkrise von 2007–2008 ist höchstwahrscheinlich das einzige schwere Beispiel einer Kreditkrise, das sich im Gedächtnis der meisten Amerikaner eingeprägt hat.
Die Kreditkrise von 2007–2008 war ein Zusammenbruch für die Geschichtsbücher. Das auslösende Ereignis war eine landesweite Blase auf dem Wohnungsmarkt. Die Hauspreise waren jahrelang schnell gestiegen. Spekulanten stiegen ein, um Häuser zu kaufen und weiterzuveräußern. Mieter waren bestrebt zu kaufen, bevor sie ausgepreist wurden. Einige glaubten, die Preise würden nie aufhören zu steigen. Dann, im Jahr 2006, erreichten die Preise ihren Höhepunkt und begannen zu fallen.
Lange zuvor hatten Hypothekenmakler und Kreditgeber ihre Standards gelockert, um von dem Boom zu profitieren. Sie boten Subprime-Hypotheken an, und Hauskäufer liehen sich weit über ihre Verhältnisse. "Teaser"-Zinssätze garantierten praktisch, dass sie innerhalb von ein oder zwei Jahren ausfallen würden.
Dies war kein selbstzerstörerisches Verhalten seitens der Kreditgeber. Sie behielten diese Subprime-Kredite nicht, sondern verkauften sie zur Umverpackung als hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS) und besicherte Schuldverschreibungen (CDO), die von Investoren und Institutionen auf den Märkten gehandelt wurden.
Als die Blase platzte, saßen die letzten Käufer, die zu den größten Finanzinstituten des Landes gehörten, fest. Als die Verluste stiegen, begannen Investoren zu befürchten, dass diese Firmen das Ausmaß ihrer Verluste heruntergespielt hatten. Die Aktienkurse der Firmen selbst begannen zu fallen. Die Kreditvergabe zwischen den Firmen stoppte.
Die Kreditklemme kombinierte sich mit dem Hypothekenzusammenbruch zu einer Krise, die das Finanzsystem einfror, als sein Bedarf an liquiden Mitteln am höchsten war. Die Situation wurde durch einen rein menschlichen Faktor verschlimmert – Angst wurde zu Panik. Riskantere Aktien erlitten große Verluste, selbst wenn sie nichts mit dem Hypothekenmarkt zu tun hatten.
Die Situation war so ernst, dass die Federal Reserve (Fed) gezwungen war, Milliarden in das System zu pumpen, um es zu retten – und selbst dann endeten wir immer noch in The Great Recession.1
Federal Reserve. "The Great Recession and Its Aftermath."
Federal Reserve. "The Great Recession and Its Aftermath."
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