Libor-Flat
LIBOR Flat verstehen: Benchmark-Zinssatz, Funktion und Swaps
Wichtige Erkenntnisse
- LIBOR flat war der Basis-LIBOR-Satz ohne zusätzliche Marge.
- Banken nutzten LIBOR als Referenz für die Festlegung verschiedener Kredit- und Einlagenzinsen.
- LIBOR flat war zentral für Interbankkredite und Zinsswapkontrakte.
- Zinsswaps verwendeten häufig LIBOR flat als Basisvertragszinssatz.
- Die Veröffentlichung von LIBOR endete nach dem 30. Juni 2023.
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Was war LIBOR flat?
LIBOR flat bezeichnet die Verwendung des London Interbank Offered Rate (LIBOR) als Basiszinssatz ohne Hinzufügung einer Spanne oder Marge. Er wurde als Referenzpunkt für Kredite, Einlagen und Derivate verwendet, wobei Zinssätze entweder als LIBOR plus Aufschlag oder als LIBOR flat angegeben wurden. Anstatt ein formeller Benchmark zu sein, war LIBOR flat eine auf LIBOR basierende Marktkonvention. Es war weit verbreitet, bevor es 2023 eingestellt wurde.1
Umfassender Einblick in LIBOR flat
LIBOR flat wurde häufig bei Interbankkrediten und Zinsswapkontrakten verwendet. Hier wurde der Zinssatz ohne zusätzliche Spanne angegeben. LIBOR diente als weit verbreiteter Benchmark für kurzfristige Kredite zwischen großen Banken. Banken nutzten ihn oft als Basiszins zur Preisgestaltung anderer Finanzprodukte.2
Banken und Kreditgeber fügten LIBOR häufig eine Spanne für Kreditrisiken, Marktbedingungen und andere Faktoren hinzu, wenn sie Zinssätze für bestimmte Produkte festlegten, darunter Geschäftskredite, variable Hypotheken (ARMs) und Unternehmenskreditlinien.
Wichtig
Die Intercontinental Exchange (ICE), die für LIBOR zuständige Behörde, stellte die Veröffentlichung des einwöchigen und zweimonatigen USD LIBOR nach dem 31. Dezember 2021 ein. Alle anderen LIBOR endeten nach dem 30. Juni 2023.3
Grundlagen von LIBOR
LIBOR war ein wichtiger Benchmark-Zinssatz im Finanzsektor und wurde weithin als Maß für kurzfristige Kreditkosten verwendet. Große Banken verließen sich darauf bei Interbankkrediten und als Referenzzinssatz für die Preisgestaltung verschiedener Finanzprodukte, einschließlich Kredit- und Handelsmärkten sowie einiger Einlagen- und Kreditprodukte.
Er wurde in sieben Laufzeiten veröffentlicht: über Nacht, eine Woche sowie ein, zwei, drei, sechs und zwölf Monate.3 Die LIBOR-Zinskurve spiegelte kurzfristige Kosten wider und unterschied sich von der US-Staatsanleihen-Renditekurve, die breitere Laufzeiten von kurzfristig bis zu 30 Jahren abdeckt.4
Wie die Renditen von US-Staatsanleihen änderte sich der LIBOR-Satz täglich basierend auf den Marktbedingungen. Globale Banken verwendeten LIBOR oft mit einer zusätzlichen Spanne als Basissatz für kommerzielle und konsumentenbezogene Kredite.
Die ICE stellte die Veröffentlichung von LIBOR aufgrund der LIBOR-Skandale ein. Der einwöchige und zweimonatige USD LIBOR waren die ersten, die am 31. Dezember 2021 eingestellt wurden. Alle anderen LIBOR-Sätze wurden am 30. Juni 2023 eingestellt. Die britische Finanzaufsichtsbehörde (FCA) und andere Regulierungsbehörden rieten Endnutzern, bis 2022 von der Nutzung von LIBOR abzuweichen.5
Wie LIBOR flat Zinsswaps beeinflusste
LIBOR und LIBOR flat wurden häufig bei Zinsswaps verwendet, die aus einer festen und einer variablen Zinskomponente bestehen.6 Zinsswap-Kontrahenten nehmen entweder eine feste oder variable Zinsposition ein, basierend auf ihrem Bilanzrisiko und ihrer Einschätzung der Zinsniveaus.
LIBOR flat bestand aus einem bestimmten LIBOR-Satz ohne zusätzliche Spanne. Bei einem einfachen Zinsswap konnte ein LIBOR flat als Basiszinssatz dienen. Der Zahler des festen Zinssatzes könnte einen Vertrag abgeschlossen haben, um Zinsen zum zu Beginn der Transaktion angegebenen LIBOR-Satz zu zahlen. Dies hätte es dem Festzinskontrahenten ermöglicht, während der gesamten Vertragslaufzeit einen festen LIBOR-Satz zu zahlen.
Der Kontrahent des variablen Zinssatzes könnte zugestimmt haben, für die Laufzeit des Vertrags LIBOR flat zu zahlen. Das würde bedeuten, dass der Kontrahent des variablen Zinssatzes bei jeder erforderlichen Intervallzahlung den Markt-LIBOR-Satz ohne zusätzliche Spanne zahlte. In diesem Szenario hätte der Kontrahent des variablen Zinssatzes von einem Rückgang des LIBOR profitiert, während der Festzinskontrahent von einem Anstieg des LIBOR profitiert hätte.