Libor-Kurve
LIBOR-Kurve: Was es ist, wie es funktioniert, Kritik
Was ist die LIBOR-Kurve?
Die LIBOR-Kurve ist die grafische Darstellung der Zinsstrukturkurve verschiedener Laufzeiten des London Interbank Offered Rate, allgemein bekannt als LIBOR. LIBOR ist ein kurzfristiger variabler Zinssatz, zu dem große Banken mit hoher Bonität einander Kredite gewähren. Die LIBOR-Kurve zeigt die Renditekurve für kurzfristige LIBOR-Sätze mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr. Der Übergang von LIBOR zu anderen Benchmarks, wie dem Secured Overnight Financing Rate (SOFR), begann im Jahr 2020.1
Wichtige Erkenntnisse
- Die LIBOR-Kurve stellt die Renditekurve für verschiedene kurzfristige LIBOR-Laufzeiten in grafischer Form dar.
- Der Übergang von LIBOR zu anderen Benchmarks, wie dem Secured Overnight Financing Rate (SOFR), begann im Jahr 2020.
- Diese LIBOR-Sätze reichen von Tagesgeld bis zu mehreren Monaten Laufzeit.
- Die LIBOR-Kurve wird betrachtet, um zu sehen, wie sich die Kreditzinsen in einer Vielzahl von Schuldenmärkten in naher bis mittlerer Frist voraussichtlich verhalten werden.
Verständnis der LIBOR-Kurve
LIBOR ist einer der weltweit am häufigsten verwendeten Benchmarks für kurzfristige Zinssätze. Er dient als primärer Indikator für den durchschnittlichen Zinssatz, zu dem beitragende Banken kurzfristige Kredite auf dem Londoner Interbankenmarkt erhalten können. Die LIBOR-Kurve trägt Zinssätze gegen ihre entsprechenden Laufzeiten auf. Die LIBOR-Kurve stellt typischerweise ihre Renditekurve über sieben verschiedene Laufzeiten dar – über Nacht (Spot Next (S/N)), eine Woche, einen Monat, zwei Monate, drei Monate, sechs Monate und 12 Monate.
Eine Renditekurve ist eine Linie, die Renditen (Zinssätze) von Anleihen mit gleicher Bonität, aber unterschiedlichen Fälligkeitsdaten darstellt. Die Steigung der Renditekurve gibt Aufschluss über zukünftige Zinsänderungen und wirtschaftliche Aktivitäten. Es gibt drei Haupttypen von Renditekurvenformen: normal (steigende Kurve), invertiert (fallende Kurve) und flach.
Steigend: Langfristige Renditen sind höher als kurzfristige Renditen. Dies wird als die "normale" Steigung der Renditekurve angesehen und signalisiert, dass sich die Wirtschaft in einem Expansionsmodus befindet.
Fallend: Kurzfristige Renditen sind höher als langfristige Renditen. Dies wird als "invertierte" Renditekurve bezeichnet und bedeutet, dass sich die Wirtschaft in einer Rezessionsphase befindet oder kurz davor steht.
Flach: Sehr geringe Unterschiede zwischen kurz- und langfristigen Renditen. Signalisiert, dass der Markt unsicher über die zukünftige Richtung der Wirtschaft ist.
Obwohl theoretisch nicht risikofrei, gilt LIBOR als guter Indikator, um das Risiko-Rendite-Verhältnis für andere kurzfristige variabel verzinsliche Instrumente zu messen. Die LIBOR-Kurve kann prädiktiv für längerfristige Zinssätze sein und ist besonders wichtig bei der Preisgestaltung von Zinsswaps.
Kritik an der LIBOR-Kurve
Missbrauch des LIBOR-Systems zum persönlichen Vorteil wurde im Gefolge der Finanzkrise, die 2008 begann, aufgedeckt. Massive Verwerfungen im globalen Bankwesen ermöglichten es Einzelpersonen, die bei beitragenden Banken arbeiteten, LIBOR-Sätze zu manipulieren. Im Jahr 2013 übernahm die Financial Conduct Authority (FCA) des Vereinigten Königreichs die Regulierung von LIBOR. Ab Dezember 2020 waren Pläne in Kraft, das LIBOR-System bis 2023 auslaufen zu lassen und durch andere Benchmarks wie den Sterling Overnight Index Average (SONIA) zu ersetzen.1
Intercontinental Exchange, Inc. "ICE LIBOR." Abgerufen am 4. Dezember 2020.
Intercontinental Exchange, Inc. "ICE LIBOR." Abgerufen am 4. Dezember 2020.
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