Makroprudenzielle Analyse
Makroprudenzielle Analyse: Die Gesundheit des Finanzsystems verstehen
Wichtige Erkenntnisse
- Die makroprudenzielle Analyse bewertet die Gesundheit, Solidität und Anfälligkeiten von Finanzsystemen.
- Sie identifiziert systemische Risiken durch die Analyse makroökonomischer Daten wie BIP-Wachstum und Inflation.
- Zu den wichtigsten Komponenten gehören Stresstests, Szenarioanalysen und die Widerstandsfähigkeit von Finanzinstituten.
- Die makroprudenzielle Analyse zielt darauf ab, Finanzkrisen zu verhindern, indem Risiken frühzeitig erkannt werden.
- Finanzinstitute und Behörden arbeiten bei der Durchführung dieser Analysen oft zusammen.
Was ist eine makroprudenzielle Analyse?
Die makroprudenzielle Analyse ist die Untersuchung der Gesundheit, Solidität und Anfälligkeiten eines Finanzsystems zur Identifizierung systemischer Risiken. Diese Analyse bewertet wichtige makroökonomische Daten wie BIP-Wachstum, Inflation, Zinssätze, Wechselkurse, Vermögenspreise und mehr. Sie betrachtet auch die Beziehungen der Teilnehmer des Finanzsystems und wie Risiken über diese finanziellen Verflechtungen durch das System übertragen werden können.
Tiefergehende Betrachtung der makroprudenziellen Analyse
Die makroprudenzielle Analyse untersucht die Gesundheit der zugrunde liegenden Finanzinstitute im System und führt Stresstests und Szenarioanalysen durch, um die Sensitivität des Systems gegenüber wirtschaftlichen Schocks zu bestimmen. Makroökonomische und Marktdaten werden ebenfalls überprüft, um die Gesundheit des aktuellen Systems zu ermitteln. Die Analyse konzentriert sich auch auf qualitative Daten zu den Rahmenwerken der Finanzinstitute und dem regulatorischen Umfeld, um ein zusätzliches Verständnis für die Stärken und Schwachstellen im System zu gewinnen.
Bei der Betrachtung der Gesundheit der zugrunde liegenden Finanzinstitute im System verwendet die makroprudenzielle Analyse Indikatoren, die Daten zur Gesundheit dieser Institute insgesamt liefern, einschließlich Kapitaladäquanz, Vermögensqualität, Managementleistung, Rentabilität, Liquidität und Sensitivität gegenüber systematischen Risiken.
Verwendete makroökonomische Daten umfassen das Bruttoinlandsprodukt (BIP)-Wachstum, Inflation, Zinssätze, Zahlungsbilanz, Wechselkurse, Vermögenspreise und die Korrelation der Märkte innerhalb des Systems.
Szenarioanalysen und Stresstests sind wesentliche Bestandteile dieser Analyse. Beispielsweise kann die Analyse untersuchen, wie das System mit einem stetig sinkenden Währungswert umgehen würde und welche Auswirkungen dies auf das BIP, die Zinssätze und die Rentabilität der zugrunde liegenden Institute hätte.
Schließlich betrachtet die makroprudenzielle Analyse Schlüsselkomponenten der Finanzmärkte, einschließlich vorherrschender Bonitätsbewertungen sowie Renditen und Marktpreise von Finanzinstrumenten.
Warum die makroprudenzielle Analyse wichtig ist
Die makroprudenzielle Analyse soll frühzeitig die Risiken für den Betrieb oder die Struktur von Finanzinstituten oder Märkten identifizieren. Diese Risiken werden als systemische Risiken bezeichnet. Im schlimmsten Fall könnte die Verwirklichung eines solchen Risikos zu Finanzkrisen führen und die makroökonomischen Auswirkungen solcher Krisen verstärken.
Risiken können aus Kreditzyklen, strukturellen Merkmalen und Anfälligkeiten des Finanzsystems oder aus individuellen Problemen bestimmter Finanzinstitute entstehen. Eine effektive Risikoidentifikation erfordert die kontinuierliche Weiterentwicklung des makroprudenziellen Instrumentariums.
Neben der Identifizierung von Risiken bewertet eine makroprudenzielle Analyse die Widerstandsfähigkeit inländischer und internationaler Finanzinstitute sowie Finanzmarktinfrastrukturen gegenüber schwerwiegenden Störungen. Die Vernetzung verschiedener Teilnehmer des Finanzsystems ist ebenfalls ein Hauptziel solcher Bewertungen, ebenso wie das Maß an Widerstandsfähigkeit, das ein Finanzsystem gegenüber den über diese Verflechtungen übertragenen Risiken aufweist.
Wie makroprudenzielle Analysen durchgeführt werden
In der Regel arbeiten Finanzinstitute bei der Durchführung einer umfassenden makroprudenziellen Analyse zusammen. Die Bank von Finnland beispielsweise arbeitet eng mit der finnischen Finanzaufsichtsbehörde und dem finnischen Finanzministerium bei makroprudenziellen Risikoanalysen zusammen, um die Verflechtungen zwischen der Realwirtschaft und den Finanzmärkten zu ermitteln. Sie verfügt über tiefgehende Erfahrung und umfangreiche Kompetenz in dieser Art von Forschung und arbeitet eng mit einer Reihe anderer Finanzbehörden bei deren makroprudenziellen Analysen zusammen, darunter der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB).1