Mccallum_Rule
Verständnis der McCallum-Regel für die Geldpolitik
Wichtige Erkenntnisse
- Die McCallum-Regel konzentriert sich auf die Anpassung der Geldmenge für nachhaltiges Wirtschaftswachstum.
- Sie legt Ziele für die Geldbasis anhand der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes und BIP-Daten fest.
- Die Regel hilft, Entscheidungen der Zentralbank über Änderungen der Geldmenge zu leiten.
- Im Gegensatz zur Taylor-Regel verwendet die McCallum-Regel die Geldbasis, nicht die Zinssätze.
- Die Regel entstand im späten 20. Jahrhundert und verknüpft die Geldmenge mit BIP und Inflation.
Was ist die McCallum-Regel?
Die McCallum-Regel ist eine geldpolitische Richtlinie, die von Bennett T. McCallum entwickelt wurde, um das Wirtschaftswachstum durch die Steuerung der Geldbasis zu lenken. Sie beschreibt, wie die Federal Reserve die Geldmenge anpassen kann, um ein stabiles nominales BIP-Wachstum zu unterstützen, basierend auf der Quantitätstheorie des Geldes und der Tauschgleichung. Diese Regel wird oft mit der Taylor-Regel verglichen, die sich auf Zinssätze und nicht auf die Geldbasis konzentriert.
Verständnis der McCallum-Regel
Die McCallum-Regel setzt ein Ziel für die Geldbasis im nächsten Quartal, das einer linearen Kombination aus der aktuellen Geldbasis, der durchschnittlichen Änderung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes in den letzten Quartalen, der aktuellen Wachstumsrate des nominalen BIP und einer gewünschten Zielwachstumsrate für das nominale BIP entspricht, basierend auf dem langfristigen Wachstumstrend des realen BIP und einer bestimmten Inflationsrate, die als vereinbar mit der Aufrechterhaltung dieses langfristigen Wachstumstrends angesehen wird.
Formal lautet die McCallum-Regel:
Wobei:
ist die langfristige Wachstumsrate des realen BIP (geschätzt auf etwa 3 % pro Jahr), und
ist die aktuelle Wachstumsrate des nominalen BIP im Vergleich zum vorherigen Quartal.
ist der natürliche Logarithmus der Geldbasis im aktuellen Quartal
ist die durchschnittliche Änderung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes in den letzten 16 Quartalen
ist die gewünschte Inflationsrate, die als vereinbar mit stabilem langfristigem Wachstum angesehen wird (geschätzt auf etwa 2 % pro Jahr)
ist die langfristige Wachstumsrate des realen BIP (geschätzt auf etwa 3 % pro Jahr),
ist die aktuelle Wachstumsrate des nominalen BIP im Vergleich zum vorherigen Quartal.
Diese Gleichung sagt der Fed, wie stark sie die Geldbasis durch Offenmarktgeschäfte oder andere politische Instrumente ausweiten oder zusammenziehen sollte, proportional zur Differenz zwischen tatsächlichem und gewünschtem nominalem BIP-Wachstum.
Der Ökonom Bennett T. McCallum entwickelte die McCallum-Regel in einer Reihe von Arbeiten, die zwischen 1987 und 1990 verfasst wurden.1 Ausgehend von der Tauschgleichung versuchte er zu erfassen, wie die Geldbasis eines Landes mit der Inflationsrate und dem realen BIP interagiert. Anhand dieser Indikatoren hoffte er vorherzusagen, was in einer Volkswirtschaft unter verschiedenen Bedingungen geschehen würde, und mögliche Korrekturmaßnahmen zu benennen, die von der Federal Reserve Bank oder anderen Zentralbanken ergriffen werden könnten.
Vergleich der McCallum-Regel und der Taylor-Regel
Die Taylor-Regel ist eine weitere wirtschaftliche Zielsetzungsregel, die Zentralbanken helfen soll, Wachstum und Inflation zu kontrollieren. Sie wurde 1993 von John B. Taylor sowie Dale W. Henderson und Warwick McKibbin entwickelt.1 Sie beschreibt ein operatives Ziel für kurzfristige Zinssätze in Bezug auf die Abweichung der Inflation und des BIP-Wachstums von ihren gewünschten langfristigen Raten.
Die McCallum-Regel und die Taylor-Regel werden oft als konkurrierende Maße zur Erklärung wirtschaftlichen Verhaltens angesehen, aber die beiden Regeln beschreiben oder erklären überhaupt nicht die gleichen Beziehungen. Die Taylor-Regel befasst sich hauptsächlich mit dem Federal Funds Rate, während die McCallum-Regel Beziehungen beschreibt, die die Geldbasis betreffen.
Wie berechnet man die Geldbasis?
Die Geldbasis wird als gesamtes Bargeld im Umlauf plus Bankreserven berechnet.
Wer kontrolliert die Geldbasis?
Die Geldbasis wird von der Zentralbank eines bestimmten Landes kontrolliert. Sie verändern die Geldbasis durch Geldpolitik oder Offenmarktgeschäfte.
Was sind die Bestandteile der Geldbasis und der Geldmenge?
Die Geldbasis, auch bekannt als M0, ist ein Maß für die Geldmenge – sie umfasst den Gesamtwert des im Umlauf befindlichen Geldes sowie die Bankreserven. Die Geldmenge hingegen umfasst alle im Umlauf befindlichen Währungen und liquiden Instrumente wie Sichteinlagen.