Neutral
Neutrale Markthaltung: Bedeutung und Anlagestrategien
Wichtige Erkenntnisse
- Eine neutrale Marktposition zeigt keine Präferenz für einen Anstieg oder Rückgang des Marktpreises an.
- Anleger können Optionsstrategien in einem neutralen Markt einsetzen, um möglicherweise von der Preisstabilität zu profitieren.
- Diese Position kann eingenommen werden, wenn Anleger wenig bis gar keine Bewegung bei einem Wertpapier oder Index erwarten.
Was ist neutral?
Neutral beschreibt eine Position, die in einem Markt eingenommen wird und weder bullisch noch bärisch ist. Sie ist unempfindlich gegenüber der Richtung des Marktpreises. Ein Anleger kann eine Optionsstrategie verfolgen, die trotz der fehlenden Bewegung des zugrunde liegenden Wertpapiers Gewinn abwerfen kann, wenn er eine neutrale Meinung hat. Er könnte glauben, dass ein Wertpapier oder Index in naher Zukunft weder an Wert gewinnen noch verlieren wird.
Neutrale Markthandelsstrategien ermöglichen es Anlegern, Geld zu verdienen, wenn sich der Preis eines zugrunde liegenden Wertpapiers nicht bewegt oder innerhalb einer engen Preisspanne bleibt. Dies kann mit einer Vielzahl von Methoden erreicht werden, wie z. B. Long- und Short-Positionen in ähnlichen Aktien und der Einsatz von Optionen oder anderen Derivatpositionen.
Erkundung des Konzepts des neutralen Handels
Wenn der Preis eines Wertpapiers im Laufe der Zeit in kleinen Schritten steigt und fällt, spricht man von einer Seitwärtsbewegung. Wenn sich ein Preis seitwärts bewegt, befindet sich das zugrunde liegende Wertpapier also in einem neutralen Trend, der sich im Laufe der Zeit weder nach oben noch nach unten bewegt. Ein neutraler Trend kann nach einem anhaltenden Anstieg oder Rückgang des Preises auftreten, wenn der Preis beginnt, Widerstands- oder Unterstützungsniveaus zu erreichen, und eine Phase der Konsolidierung einsetzt. Diese Trends können Tage, Wochen oder sogar Monate andauern.
Händler können neutrale Trends durch geeignete Strategien nutzen, die oft den Einsatz von Leerverkäufen oder Derivatekontrakten beinhalten. Wenn jemand Long-Positionen in den gewichteten Komponenten eines Index oder Index-ETF eingeht und dann Short auf diesen Index oder ETF geht, hat er eine neutrale Position geschaffen, da bei einem Anstieg des Indexpreises auch die Preise der Komponenten in einer ausgleichenden Weise steigen.
Ein Anleger könnte glauben, dass es bestimmte strukturelle Ineffizienzen zwischen dem Aktienkorb, aus dem der Index besteht, und dem Index selbst gibt, die ausgenutzt werden können. Bei einer neutralen Strategie, dem sogenannten Dispersion Trade, kann ein Händler beispielsweise darauf wetten, dass die Hälfte der Indexkomponenten an einem Handelstag steigt und die andere Hälfte fällt – der Index selbst sich jedoch dadurch kaum bewegt.
Eine neutrale Handelsstrategie kann auch durch die gleichzeitige Einnahme einer Long-Position in einem Unternehmen und einer Short-Position in einem zweiten Unternehmen, das sehr ähnlich oder ein direkter Konkurrent ist, eingesetzt werden, um von vermeintlichen Fehlbewertungen zu profitieren. Wenn Coca-Cola und PepsiCo also eine hohe Korrelation in den Bewegungen ihrer jeweiligen Aktienkurse aufweisen und dann die Aktie von Pepsi plötzlich steigt, während Coke dies nicht tut, könnte ein Händler Pepsi shorten und Coca-Cola long gehen, in der Erwartung, dass das bestehende Preisspread-Verhältnis wiederhergestellt wird. Dies wird als Paarhandel bezeichnet.
Long-Short-Marktneutrale Hedgefonds nutzen diese Strategien und verwenden oft die risikofreie Rendite als Benchmark, da sie sich nicht um die Richtung des Marktes kümmern.
Effektive neutrale Handelsstrategien
Neutrale Strategien können unter Verwendung von Derivaten wie Optionskontrakten konstruiert werden:
Wenn Optionen auf die Komponenten eines Index gekauft und Optionen auf den Index selbst verkauft werden, spricht man von einem Dispersion- oder Correlation-Trade.
Ein gedeckter Call wird verwendet, wenn ein Anleger eine bestehende Long-Position in einer Aktie hat und Renditen aus einer neutralen Position erzielen möchte. Der Call kann einen geringen Schutz vor einem Preisrückgang bieten. Wenn der Preis nicht steigt, verfällt die Option wertlos und der Anleger erzielt Einnahmen aus einer stagnierenden Aktie.
Händler verwenden einen gedeckten Put, wenn sie eine anhaltende neutrale Position gefolgt von einem Rückgang des Aktienkurses erwarten. Der Händler schreibt eine Put-Option in der Erwartung, dass sie wertlos verfällt und einen gewissen Gewinn bringt. Dies ist keine häufig verwendete Strategie und für unerfahrene Anleger ungeeignet.
Eine weitere neutrale Strategie mit Optionen ist der Verkauf eines Straddle oder eines Strangle, bei denen es sich um Short-Positionen sowohl in einem Call als auch in einem Put desselben zugrunde liegenden Wertpapiers und desselben Verfallsdatums und entweder demselben oder unterschiedlichen Ausübungspreisen handelt. Optionen, die als Butterfly und Condor bezeichnet werden, gelten ebenfalls als „delta-neutrale“ Spread-Strategien.
Warnung
Diese Strategien können kompliziert sein und sind für unerfahrene Anleger ungeeignet.
Vor- und Nachteile neutraler Handelsstrategien
Die Möglichkeit, von Aktien und anderen Finanzinstrumenten zu profitieren, die relativ stabil im Preis geblieben sind, bietet Optionsanlegern mehr Möglichkeiten. Da viele Finanzinstrumente lange Zeiträume der Neutralität durchlaufen, haben Optionshändler mehr Chancen, Renditen zu erzielen.
Darüber hinaus können Optionsanleger von drei Ergebnissen profitieren, nicht nur von einem, was ihre Gewinnchancen erhöht. Die Belohnungen sind jedoch nicht unbegrenzt, da der maximale potenzielle Gewinn bei der Ausführung des Handels festgelegt wird.
Im Gegensatz dazu können Optionshändler, die ein streng kontrolliertes Return on Investment (ROI)-Mandat verwenden, den maximalen Gewinn von Anfang an berechnen, was die Einnahmen vorhersehbarer macht. Da jedoch alle Strategien zwei oder mehr Transaktionen erfordern, zahlt der Anleger mehr Provisionen.
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