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Niedrigangebot

Lowball-Angebote verstehen: Bedeutung, Beispiele und Auswirkungen



Was ist Lowballing?


Ein Lowball-Angebot ist ein umgangssprachlicher Begriff für ein Angebot, das deutlich unter dem vom Verkäufer geforderten Preis liegt, oder für ein Angebot, das bewusst niedriger ist als der Preis, den der Verkäufer zu verlangen beabsichtigt. Lowballing bedeutet auch, absichtlich eine falsche Schätzung für etwas abzugeben. Normalerweise erwartet der potenzielle Käufer, der ein Lowball-Angebot macht, nicht, dass der Verkäufer es annimmt; stattdessen kann es als Mittel eingesetzt werden, um Verhandlungen zu beginnen oder voranzutreiben.



Wichtige Erkenntnisse


  • Ein Lowball-Angebot wird typischerweise verwendet, um Verhandlungen zu beginnen, indem man deutlich weniger als den vom Verkäufer geforderten Preis bietet.
  • Käufer können Lowballing einsetzen, um Verkäufer unter Druck zu setzen, die eine schnelle Liquidation von Vermögenswerten benötigen, um einen niedrigeren Endpreis auszuhandeln.
  • Einige Lowball-Angebote sind betrügerisch, indem sie zunächst einen niedrigen Preis nennen und diesen später erhöhen, was das Risiko von Kundenunzufriedenheit birgt.
  • Lowballing kann in einem Käufermarkt vorteilhaft sein, um einen Deal unter dem ursprünglichen Angebotspreis zu sichern.
  • Der LIBOR-Skandal von 2008 beinhaltete Banken, die ihre Sätze niedriger angaben, um kreditwürdiger zu erscheinen, was zur finanziellen Instabilität beitrug.


Wie Lowball-Angebote funktionieren


Lowball-Angebote werden am häufigsten als Taktik eingesetzt, um Druck auf einen Verkäufer auszuüben, der möglicherweise Vermögenswerte schnell liquidieren muss. Alternativ können potenzielle Käufer bei der Preisverhandlung mit einem Lowball-Angebot beginnen, um die Erwartungen des Verkäufers an den fairen Wert des Vermögenswerts einzuschätzen. Dies kann dem Käufer im weiteren Verlauf der Verhandlungen einen Vorteil verschaffen.

Lowball-Angebote werden auch als bewusst täuschende Verkaufstaktik eingesetzt, bei der zunächst ein niedriger Preis genannt wird und dann behauptet wird, das Angebot sei ein Fehler gewesen und der tatsächliche Preis sei höher. Einige Kunden mögen von dieser Taktik abgeschreckt werden, da sie sie als eine Art Köder-und-Wechsel sehen, aber andere könnten den höheren Preis akzeptieren, weil sie sich bereits zum Kauf entschlossen haben.

Zum Beispiel kann Lowballing eine wirksame Taktik sein, wenn man versucht, ein Haus zu kaufen, insbesondere in einem Käufermarkt, in dem es viele Immobilien gibt. Ein potenzieller Käufer könnte beispielsweise bewusst ein Angebot machen, das 15 % unter dem Angebotspreis liegt, um Verhandlungen zu beginnen und letztendlich einen Preis zu erzielen, der 5 % unter dem Angebotspreis liegt.



Wichtig


Ein Lowball-Angebot funktioniert am besten, wenn der Käufer einen Vorteil hat und ihm somit Raum für Verhandlungen bleibt. Wenn der Verkäufer bereits im Vorteil ist, wie z. B. in einem angespannten Immobilienmarkt mit wenigen verfügbaren Häusern, wird ein Käufer, der versucht, den Preis zu drücken, wahrscheinlich keine guten Ergebnisse erzielen.



Beispiel für Lowballing-Taktiken


Im LIBOR-Skandal während der Finanzkrise 2008 hielten Banken im Vereinigten Königreich, darunter Barclays, Lloyds Banking Group und Royal Bank of Scotland, die LIBOR-Sätze künstlich niedrig, indem sie ihre LIBOR-Meldungen "lowballten".

Diese falsche Schätzung half ihnen nicht nur, Gewinne aus ihren Handelsbüchern zu erzielen, sondern ließ sie auch kreditwürdiger erscheinen, als sie tatsächlich waren. Dieses Lowballing soll zum Scheitern mehrerer amerikanischer Banken beigetragen haben.1

Joint Economic Committee. "The LIBOR Scandal: What We Know, What We Don’t, and What to Expect."

Joint Economic Committee. "The LIBOR Scandal: What We Know, What We Don’t, and What to Expect."

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