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Direktinvestitionen im Ausland: Bedeutung, Überblick, Geschichte



Was ist eine Auslandsdirektinvestition (ODI)?


Eine Auslandsdirektinvestition (ODI) ist eine Geschäftsstrategie, bei der ein inländisches Unternehmen seine Geschäftstätigkeit auf ein ausländisches Land ausweitet.

ODI kann je nach Unternehmen viele verschiedene Formen annehmen. Beispielsweise tätigen einige Unternehmen eine Investition auf der grünen Wiese (Greenfield Investment), bei der ein Mutterunternehmen eine Tochtergesellschaft in einem ausländischen Land gründet. Auch eine Fusion oder Übernahme kann in einem ausländischen Land stattfinden (und gilt somit als Auslandsdirektinvestition). Schließlich kann ein Unternehmen im Rahmen einer ODI-Strategie beschließen, eine bestehende ausländische Einrichtung zu erweitern. Der Einsatz von ODI ist eine natürliche Weiterentwicklung für Unternehmen, wenn ihre Inlandsmärkte gesättigt sind und im Ausland bessere Geschäftsmöglichkeiten bestehen.

ODI wird auch als outward foreign direct investment oder direct investment abroad bezeichnet. Es steht im Gegensatz zu ausländischen Direktinvestitionen (FDI), die in die entgegengesetzte Finanzierungsrichtung erfolgen.



Wichtige Erkenntnisse


  • Eine Auslandsdirektinvestition (ODI) ist eine Geschäftsstrategie, bei der ein inländisches Unternehmen seine Geschäftstätigkeit auf ein ausländisches Land ausweitet.
  • Der Einsatz von Auslandsdirektinvestitionen (ODI) ist eine natürliche Weiterentwicklung für Unternehmen, wenn ihre Inlandsmärkte gesättigt sind und im Ausland bessere Geschäftsmöglichkeiten bestehen.
  • Amerikanische, europäische und japanische Unternehmen haben seit langem umfangreiche Investitionen außerhalb ihrer Inlandsmärkte getätigt.
  • China hat sich in den letzten Jahren zu einem großen ODI-Akteur entwickelt.
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Verständnis der Auslandsdirektinvestition (ODI)


Das Ausmaß der Auslandsdirektinvestitionen eines Landes kann als Indikator dafür angesehen werden, dass seine Wirtschaft reif ist. Es hat sich gezeigt, dass ODI die Investitionswettbewerbsfähigkeit eines Landes erhöht und sich als entscheidend für langfristiges, nachhaltiges Wachstum erwiesen hat. Amerikanische, europäische und japanische Unternehmen haben beispielsweise seit langem umfangreiche Investitionen außerhalb ihrer Inlandsmärkte getätigt.

Aufgrund ihrer schnelleren Wachstumsraten erhalten Volkswirtschaften mit Schwellenmärkten oft große ODI-Beträge, wie China in den letzten zwei Jahrzehnten. Der Internationale Währungsfonds listet die fünf wichtigsten Länder als die Vereinigten Staaten, die Niederlande, Luxemburg, China und das Vereinigte Königreich auf.1 Aber selbst einige Schwellenländer haben begonnen, Investitionen im Ausland zu tätigen.



ODI und China


Im Jahr 2015 übertrafen chinesische Auslandsinvestitionen erstmals die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in China. Im Jahr 2016 erreichte Chinas ODI seinen Höhepunkt: Chinesische Unternehmen investierten über 180 Milliarden US-Dollar im Ausland.2 Ab 2017 begann ein rückläufiger Trend, der sich fortsetzte. Im Jahr 2018 überstieg der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (FDI) nach China erneut dessen ODI (wodurch das Land erneut zum Nettoschuldner wurde). Im Jahr 2020 stieg Chinas ODI von rund 137 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 auf fast 154 Milliarden US-Dollar.34

Der Großteil von Chinas ODI fließt in Leasing- und Unternehmensdienstleistungen, Großhandel, Einzelhandel und IT.5 Ab 2016 begann Peking, seine Kapitalkontrollen zu verschärfen. Infolgedessen wurden viele von Chinas Überseeprojekten zurückgefahren. Diese restriktiven Maßnahmen sollten Kapitalflucht eindämmen – wenn Vermögenswerte oder Geld schnell aus einem Land abfließen.6 Gleichzeitig hat auch der wirtschaftliche Abschwung in China, der hauptsächlich auf die anhaltenden Auswirkungen des Handelskriegs mit den USA zurückzuführen ist, die chinesischen ODI behindert.7

Aufgrund des schleppenden Inlandswachstums wurden Investitionen in ausländische Vermögenswerte weniger attraktiv. Zuvor waren Auslandsinvestitionen chinesischer Unternehmen ein bedeutender Treiber globaler Vermögenspreise, hauptsächlich aufgrund des Verkaufs von Immobilien sowie Fusionen und Übernahmen.



ODI vs. FDI


Es ist wichtig, zwischen Auslandsdirektinvestitionen (ODI) und ausländischen Direktinvestitionen (FDI) zu unterscheiden. FDI liegt vor, wenn ein Gebietsfremder in die Aktien eines gebietsansässigen Unternehmens investiert. ODI liegt vor, wenn ein gebietsansässiges Unternehmen im Rahmen einer Strategie zur Geschäftsausweitung in ein gebietsfremdes Land investiert.

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International Monetary Fund. "The World's Top Recipients of Foreign Direct Investment."

International Monetary Fund. "The World's Top Recipients of Foreign Direct Investment."

China Economic Watch, BBVA. "China - ODI From the Middle Kingdom: What's Next After the Big Turnaround?," Page 2.

China Economic Watch, BBVA. "China - ODI From the Middle Kingdom: What's Next After the Big Turnaround?," Page 2.

The World Bank. "Foreign Direct Investment, Net Inflows (BoP, Current US$) - China."

The World Bank. "Foreign Direct Investment, Net Inflows (BoP, Current US$) - China."

The World Bank. "Foreign Direct Invest, Net Outflows (BoP, Current US$) - China."

The World Bank. "Foreign Direct Invest, Net Outflows (BoP, Current US$) - China."

OECD. "China's Outward Direct Investment and Its Impact on the Domestic Economy," Page 34.

OECD. "China's Outward Direct Investment and Its Impact on the Domestic Economy," Page 34.

Government of Canada. "Foreign Exchange Controls in China."

Government of Canada. "Foreign Exchange Controls in China."

Carnegie Endowment for International Peace. "The U.S. Trade War has Become a Cold War."

Carnegie Endowment for International Peace. "The U.S. Trade War has Become a Cold War."

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