Panikverkauf
Panikverkauf: Was es bedeutet, wie es funktioniert
Was ist Panikverkauf?
Panikverkauf ist ein weit verbreiteter Ausverkauf einer Aktie, eines Sektors oder eines gesamten Marktes, der aus Angst, Gerüchten oder Überreaktion und nicht aus fundierter Analyse resultiert.
Oft ist Panikverkauf auf ein externes Ereignis zurückzuführen, das als negatives Signal interpretiert wird. Diese Angst führt dazu, dass einige Anleger überreagieren und verkaufen. Der Verkauf schaukelt sich hoch, wenn der Preis fällt, und veranlasst andere Anleger, Maßnahmen zu ergreifen, um größere Verluste zu vermeiden. Dies wird als positive Rückkopplungsschleife bezeichnet.
Börsen unterbrechen den Handel vorübergehend, wenn der Panikverkauf ein bestimmtes Niveau erreicht, um diesen Kreislauf aus Angst und Verkauf zu durchbrechen.
Wichtige Erkenntnisse
- Panikverkauf ist der plötzliche, weit verbreitete Verkauf einer oder mehrerer Aktien, der auf Angst und nicht auf fundierter Analyse basiert.
- Paniken werden oft durch Nachrichtenereignisse ausgelöst, die das Vertrauen der Anleger in eine einzelne Aktie oder Branche erschüttern.
- Die meisten großen Börsen verwenden Handelsbeschränkungen und -unterbrechungen, um Panikverkäufe zu begrenzen.
- Einige Händler versuchen, den "Tiefpunkt" zu identifizieren und zu kaufen.
Panikverkauf verstehen
Panikverkauf baut sich fast immer auf, bis einige Anleger beginnen, ihre Bestände zu liquidieren, in der Hoffnung, auszusteigen, bevor die Kurse weiter fallen.
Panikverkauf wird oft durch ein Ereignis ausgelöst, das das Vertrauen der Anleger in eine Aktie oder einen Sektor verringert. Dies kann für ein bestimmtes Unternehmen oder einen bestimmten Sektor eigentümlich sein, wie z. B. die Veröffentlichung enttäuschender Zahlen zum Umsatzwachstum, zu den Einnahmen oder zu den Gewinnen. Der anfängliche Verkauf wird typischerweise durch eine nachlassende Stärke der Fundamentaldaten eines Unternehmens ausgelöst.
Die Situation kann sich verstärken, wenn die anfänglichen Verluste Kurspunkte erreichen, die programmgesteuerten Handel durch Stop-Loss-Orders auslösen.
Ein wesentlicher Faktor beim Panikverkauf kann frühere irrationale Übertreibung sein. Die Übertreibung kann beim geringsten negativen Signal abrupt zusammenbrechen. Überreaktion auf Nachrichten, die möglicherweise nur kurzfristige Auswirkungen haben, ist üblich.
Die meisten großen Börsen verwenden Handelsbeschränkungen und -unterbrechungen, um Panikverkäufe zu begrenzen. Dies gibt den Menschen Zeit, sich zu beruhigen und die Informationen zu verarbeiten. Es begrenzt auch die Verluste, die ein Anleger an einem einzigen Tag erleiden kann, und stellt ein gewisses Maß an Normalität auf dem Markt wieder her.
Ausverkäufe an den Finanzmärkten
Ausverkäufe, die nicht den Grad einer Panik erreichen, sind an den Finanzmärkten üblich. Bei einem Ausverkauf kann ein bestimmter Sektor aufgrund negativer Schlagzeilen von nur wenigen Unternehmen einen weit verbreiteten Verkaufsdruck erfahren. Oder die Wertverluste werden als notwendige Korrektur abgetan.
Ausverkäufe treten auch breit über den Markt auf, wenn Trends bei verschiedenen Anlageklassen gemeldet werden. Beispielsweise können höher rentierende Staatsanleihen zu einem Ausverkauf von Aktien führen.
Chancen nach der Panik
In einigen Fällen können Panikverkäufe und breite Marktausverkäufe Kaufgelegenheiten schaffen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Verkäufe durch kurzfristige Indikatoren oder Unsicherheit verursacht werden.
Die Finanzmärkte sind oft extrem volatil, und die Ansichten über sich entwickelnde Ereignisse können die Aussichten von Tag zu Tag drastisch verändern.
Viele Markthändler achten auf Verkaufsgelegenheiten, die die Anlage zu ihrem niedrigeren Preis attraktiver machen könnten. In der technischen Analyse ist das Modell des erschöpften Verkaufs eine Technik, mit der Händler den Preis identifizieren können, von dem aus eine Umkehr wahrscheinlich ist.
Kurse durchlaufen zwangsläufig mehrere Phasen, wenn sie von Panikverkäufen fallen, daher stützt sich dieses Modell darauf, dem Abwärtstrend einer Aktie zu folgen und die Tiefpunkt-Kaufgelegenheit zu identifizieren.
Was sind einige Beispiele für Panikverkauf?
Panikverkauf ereignete sich während des Börsencrashs von 1929, der die Große Depression auslöste, erneut während der Finanzkrise von 2008, die der Großen Rezession vorausging, und beim Börsencrash am Schwarzen Montag 1987.
Tritt Panikverkauf immer ein, wenn eine Krise herrscht?
Nicht immer. Oft kann zunächst Panik ausbrechen, aber die Märkte bleiben widerstandsfähig. Beispielsweise hätten die Spannungen zwischen den USA und China, die 2019 begannen, sich so verschlechtern können, dass Anleger massenhaft aus den Märkten geflohen wären, was zu einem starken Rückgang der globalen Aktienmärkte geführt hätte. Der Ausbruch der COVID19-Pandemie Anfang 2020 ließ die Märkte zunächst ebenfalls einbrechen, bevor sie sich zu neuen Höchstständen erholten. Oder die russische Invasion in der Ukraine im Jahr 2022, die nur eine verhaltene Auswirkung auf die Märkte hatte.
Sind Flash-Crashes Panikverkäufe?
Obwohl Menschen tatsächlich in Panik geraten können, wenn es zu einem Flash-Crash kommt, werden diese plötzlichen Kursrückgänge meistens durch algorithmische Handelsprogramme verursacht, die aus dem einen oder anderen Grund automatisch zu immer niedrigeren Kursen verkaufen. Da Computer keine Emotionen wie Panik haben, kann dies nicht als solche kategorisiert werden.
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