Quasi-Reorganisation
Quasi-Reorganisation verstehen: Vorteile und Ziele erklärt
Wichtige Erkenntnisse
- Eine Quasi-Reorganisation ermöglicht es Unternehmen, Gewinnrücklagendefizite zu beseitigen, ähnlich wie eine Insolvenz.
- Die Aktionäre müssen einer Quasi-Reorganisation zustimmen, bevor sie durchgeführt wird.
- Der Prozess zielt darauf ab, die Gewinnrücklagen durch Anpassung der Vermögens- und Schuldenwerte auf null zu setzen.
- Es besteht Kontroversen, da die Bilanz verändert wird, ohne die tatsächliche finanzielle Gesundheit zu ändern.
- Quasi-Reorganisationen können Unternehmen für Kreditgeber kreditwürdiger erscheinen lassen.
Was ist eine Quasi-Reorganisation?
Eine Quasi-Reorganisation ist eine relativ unbekannte Bestimmung unter den allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen (GAAP), die besagt, dass ein Unternehmen unter bestimmten Umständen ein Defizit in seinem Gewinnrücklagenkonto durch Neubewertung von Vermögenswerten, Verbindlichkeiten und Eigenkapital in ähnlicher Weise wie bei einer Insolvenz beseitigen kann. Die Aktionäre des Unternehmens müssen der Buchhaltungsänderung zustimmen, die im Wesentlichen die Bücher des Unternehmens so zurücksetzt, als ob ein neues Unternehmen die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des alten Unternehmens übernommen hätte.
Untersuchung des Quasi-Reorganisationsprozesses
Obwohl die Idee einer Quasi-Reorganisation ein erneutes Interesse erfahren hat, wird die Bestimmung in der Praxis immer noch selten angewendet. Die Idee einer Quasi-Reorganisation ist für einige attraktiv, da sie eine Idee eines "Neuanfangs" darstellt und für Investoren aufregender ist, als sich langsam aus einem großen Defizit der Gewinnrücklagen herauszuarbeiten.
Einige argumentieren auch, dass Quasi-Reorganisationen eine effektive Methode sein könnten, um die Buchhaltungssalden eines Unternehmens genauer zurückzusetzen, wenn ein ernsthafter Wertverlust nicht angemessen widergespiegelt wird. Eine Quasi-Reorganisation bleibt jedoch sehr umstritten, da sie keine wirkliche Veränderung der wirtschaftlichen Realität darstellt, sondern eher eine Methode, um die Bücher günstiger erscheinen zu lassen.
Quasi-Reorganisationen können Risiken für Kreditgeber oder Lieferanten darstellen, die Unternehmen Kredit gewähren, die eine Quasi-Reorganisation durchlaufen haben. Da eine Quasi-Reorganisation die Bilanz eines Unternehmens stärker erscheinen lässt, gibt dies Kreditgebern ein Gefühl der Sicherheit bei der Kreditvergabe. Wenn die Kreditgeber die tatsächliche finanzielle Situation des Unternehmens kennen würden, würden sie möglicherweise kein Geld leihen oder zu einem höheren Satz leihen, um das tatsächliche eingegangene Risiko auszugleichen. Quasi-Reorganisationen erfordern in der Regel eine Offenlegung in den Jahresabschlüssen, daher sollten Kreditgeber auf solche Posten achten.
Vorteile der Durchführung einer Quasi-Reorganisation
Viele neue Unternehmen arbeiten in den ersten Jahren nach der Gründung mit Verlust. In dieser Zeit knüpft das Verkaufsteam Kontakte, werden Mitarbeiter geschult, werden Prozesse verbessert und optimiert und wird Markenbekanntheit aufgebaut. Zum Zeitpunkt des ersten Gewinns kann sich ein erhebliches Defizit an Gewinnrücklagen entwickelt haben. Zudem könnte eine langanhaltende Rezession ein profitables Unternehmen in ein Unternehmen mit einem Gewinnrücklagendefizit verwandeln.
Es ist oft illegal oder durch Schuldenvereinbarungen untersagt, eine Dividende aus den Gewinnrücklagen zu zahlen, während mit einem Gewinnrücklagendefizit gearbeitet wird. In diesem Fall können die Eigenkapitalkosten erheblich steigen, da Investoren eine höhere Rendite für das wahrgenommene Risiko fordern. Hier könnte eine Quasi-Reorganisation finanziell sinnvoll sein.
Wenn ein Unternehmen eine Quasi-Reorganisation durchläuft, kann es weiterhin Dividenden zahlen, vermeidet die Kosten und die Zeit, die mit einem Chapter-11-Insolvenzverfahren verbunden sind, und kann möglicherweise Steuervorteile realisieren. Da eine Quasi-Reorganisation nichts zur Verbesserung des tatsächlichen operativen Geschäfts beiträgt, werden sie in der Regel von anderen Änderungen begleitet, wie Konsolidierungen, Beseitigung von Überschüssen und Verbesserung der Effizienz.
Ziele und Ergebnisse einer Quasi-Reorganisation
Das Hauptziel einer Quasi-Reorganisation ist es, den Gewinnrücklagensaldo auf null zu bringen. Zunächst sollten überbewertete Vermögenswerte auf ihren beizulegenden Zeitwert abgeschrieben werden, mit einer direkten Verringerung der Gewinnrücklagen. Obwohl dies das Defizit vorübergehend erhöht, werden zukünftige Abschreibungsaufwendungen reduziert. Verbindlichkeiten werden ebenfalls auf ihren beizulegenden Zeitwert neu bewertet, wobei eventuelle Ausgleichsbeträge dem Gewinnrücklagendefizit zugeschrieben werden.
Sobald die Vermögenswerte auf den beizulegenden Zeitwert reduziert wurden, wird entweder das zusätzlich eingezahlte Kapital oder der Nennwert der Stammaktien reduziert, um die Beseitigung des Gewinnrücklagendefizits auszugleichen. Unternehmen haben eine gewisse Flexibilität bei der Entscheidung, wie sie mit der Quasi-Reorganisation vorgehen; es ist möglich, den Nennwert zu reduzieren, das zusätzlich eingezahlte Kapital zu erhöhen und die Gewinnrücklagen gleichzeitig auf null zu setzen.
Accounting Standards Codification. "852-20-05."
Accounting Standards Codification. "852-20-05."
Accounting Standards Codification. "852-20-50."
Accounting Standards Codification. "852-20-50."
Deloitte. "AICPA Issues Papers—Quasi-Reorganizations."
Deloitte. "AICPA Issues Papers—Quasi-Reorganizations."
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