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Rationalerwartungstheorie

Verständnis der Theorie der rationalen Erwartungen: Schlüsselkonzepte und Anwendungen



Was ist die Theorie der rationalen Erwartungen?


Die Theorie der rationalen Erwartungen in der Makroökonomie geht davon aus, dass Einzelpersonen ihre Entscheidungen auf menschliche Rationalität, die ihnen zur Verfügung stehenden Informationen und ihre vergangenen Erfahrungen stützen. Ökonomen verwenden die Theorie der rationalen Erwartungen, um antizipierte wirtschaftliche Faktoren wie Inflation und Zinssätze zu erklären. Die zentrale Idee der Theorie der rationalen Erwartungen ist, dass vergangene Ergebnisse zukünftige beeinflussen. Die Theorie schlägt auch vor, dass die Entscheidungen der Menschen aufgrund der verfügbaren Informationen und ihrer vergangenen Erfahrungen meistens richtig sein werden.



Wichtige Erkenntnisse


  • Die Theorie der rationalen Erwartungen legt nahe, dass die Entscheidungen der Menschen auf Rationalität, vergangenen Erfahrungen und verfügbaren Informationen basieren.
  • Die Theorie postuliert, dass die wirtschaftlichen Erwartungen von Einzelpersonen zukünftige wirtschaftliche Bedingungen beeinflussen können.
  • John F. Muth führte das Konzept der rationalen Erwartungen 1961 ein, das in den 1970er Jahren durch Robert E. Lucas Jr. an Bedeutung gewann.
  • Rationale Erwartungen spielen eine entscheidende Rolle in der Makroökonomie und sind integraler Bestandteil der Effizienzmarkthypothese.
  • Menschen passen ihre Erwartungen basierend auf vergangenen Ergebnissen an, was im Laufe der Zeit zu allgemein genauen Vorhersagen führt.


Erforschung der Rolle rationaler Erwartungen in der Wirtschaft


Die Theorie der rationalen Erwartungen ist das vorherrschende Annahmemodell, das in Konjunkturzyklen und Finanzen als Eckpfeiler der Effizienzmarkthypothese (EMH) verwendet wird.

Ökonomen verwenden die Doktrin der rationalen Erwartungen häufig, um erwartete Inflationsraten oder jeden anderen wirtschaftlichen Zustand zu erklären. Wenn beispielsweise die vergangenen Inflationsraten höher waren als erwartet, könnten die Menschen dies zusammen mit anderen Indikatoren als Hinweis darauf betrachten, dass die zukünftige Inflation ebenfalls die Erwartungen übertreffen könnte.

Die Verwendung der Idee der „Erwartungen“ in der Wirtschaftstheorie ist nicht neu. In den 1930er Jahren wies der berühmte britische Ökonom John Maynard Keynes den Erwartungen der Menschen über die Zukunft – die er „Wellen von Optimismus und Pessimismus“ nannte – eine zentrale Rolle bei der Bestimmung des Konjunkturzyklus zu.

John F. Muth schlug die Theorie der rationalen Erwartungen in seinem 1961 veröffentlichten Artikel „Rational Expectations and the Theory of Price Movements“ im Journal Econometrica vor. Muth verwendete den Begriff, um Szenarien zu beschreiben, in denen Ergebnisse teilweise von den Erwartungen der Menschen abhängen. Die Theorie setzte sich erst in den 1970er Jahren mit Robert E. Lucas Jr. und der neoklassischen Revolution in der Wirtschaftswissenschaft durch.



Wie Erwartungen wirtschaftliche Ergebnisse formen


Erwartungen und Ergebnisse beeinflussen sich gegenseitig in einer Rückkopplungsschleife, die von vergangenen Ergebnissen zu aktuellen Erwartungen führt. In wiederkehrenden Situationen ist die Art und Weise, wie sich die Zukunft aus der Vergangenheit entwickelt, tendenziell stabil, und die Menschen passen ihre Prognosen an dieses stabile Muster an.

Diese Doktrin wird durch das Denken motiviert, das Abraham Lincoln zu der Behauptung veranlasste: „Man kann einige der Leute die ganze Zeit täuschen und alle Leute einige Zeit, aber man kann nicht alle Leute die ganze Zeit täuschen.“

Aus der Perspektive der Theorie der rationalen Erwartungen trifft Lincolns Aussage zu: Die Theorie bestreitet nicht, dass Menschen oft Prognosefehler machen, aber sie deutet darauf hin, dass Fehler nicht dauerhaft wiederkehren. Menschen treffen normalerweise richtige Entscheidungen, indem sie verfügbare Informationen und vergangene Erfahrungen nutzen. Wenn Entscheidungen richtig sind, bleiben die Erwartungen für die Zukunft gleich. Wenn sie falsch sind, passen sich die Menschen basierend auf vergangenen Fehlern an.



Bewertung der Wirksamkeit rationaler Erwartungen


Die Wirtschaftswissenschaft stützt sich stark auf Modelle und Theorien, von denen viele miteinander verbunden sind. Rationale Erwartungen haben beispielsweise eine kritische Beziehung zu einem anderen grundlegenden Konzept der Wirtschaftswissenschaft: dem Konzept des Gleichgewichts. Die Gültigkeit wirtschaftlicher Theorien bei der Vorhersage zukünftiger Zustände ist immer diskutabel. Ein Beispiel dafür ist die anhaltende Debatte über das Versagen bestehender Modelle, die Ursachen der Finanzkrise von 2007–2008 vorherzusagen oder zu entwirren.

Wirtschaftsmodelle umfassen viele Faktoren, sodass sie nicht einfach als funktionierend oder nicht funktionierend eingestuft werden können. Modelle sind subjektive Annäherungen an die Realität, die dazu dienen, beobachtete Phänomene zu erklären. Die Vorhersagen eines Modells müssen die Zufälligkeit der Daten und die Theorien hinter seinen Gleichungen berücksichtigen.

Als die Federal Reserve beschloss, ein Programm der quantitativen Lockerung zu verwenden, um der Wirtschaft durch die Finanzkrise von 2008 zu helfen, setzte sie unbeabsichtigt unerfüllbare Erwartungen für das Land. Das Programm senkte die Zinssätze für mehr als sieben Jahre. Somit begannen die Menschen, getreu der Theorie, zu glauben, dass die Zinssätze niedrig bleiben würden.

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