Reverse-Übernahme
Reverse Takeover (RTO) verstehen: Definition und Prozess erklärt
Was ist ein Reverse Takeover (RTO)?
Bei einem Reverse Takeover (RTO) erwirbt ein privates Unternehmen die Kontrolle über ein börsennotiertes Unternehmen und ermöglicht ihm so, schneller an die Börse zu kommen als über einen Börsengang (IPO). Obwohl kosteneffizienter und schneller, birgt dieser Prozess eigene Risiken und Überlegungen. Zu verstehen, wie ein RTO abläuft, kann bei der Bewertung seiner potenziellen Auswirkungen auf die finanzielle Zukunft eines Unternehmens helfen.
Wichtige Erkenntnisse
- Reverse Takeovers (RTOs) ermöglichen es privaten Unternehmen, ohne einen Börsengang (IPO) an die Börse zu gehen.
- RTOs sind in der Regel schneller und billiger als IPOs, können aber mehr Risiken bergen, insbesondere hinsichtlich Unternehmensführung und Buchhaltung.
- Der Prozess beinhaltet, dass ein privates Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung an einem börsennotierten Unternehmen erwirbt, das als Mantelgesellschaft fungieren kann.
- Ausländische Unternehmen können RTOs nutzen, um durch eine Fusion mit einem in den USA ansässigen börsennotierten Unternehmen Zugang zum US-Markt zu erhalten.
- Trotz der Geschwindigkeit und Kosteneffizienz führen RTOs im Vergleich zu traditionellen IPOs oft zu einer geringeren langfristigen Performance.
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Den Reverse-Takeover (RTO)-Prozess verstehen
Ein RTO hilft einem privaten Unternehmen, die hohen Kosten eines Börsengangs (IPO) zu vermeiden. Allerdings erhält ein Unternehmen durch einen RTO keine Mittel und muss die Transaktion selbst finanzieren.
Obwohl es keine Voraussetzung für einen RTO ist, wird der Name des beteiligten börsennotierten Unternehmens im Rahmen des Prozesses oft geändert. Beispielsweise vollendete das Computerunternehmen Dell (DELL) im Dezember 2018 eine Reverse-Takeover der VMware-Tracking-Aktie (DVMT) und kehrte als börsennotiertes Unternehmen zurück. Es änderte auch seinen Namen in Dell Technologies.1
Darüber hinaus wird die Unternehmensumstrukturierung eines oder beider fusionierenden Unternehmen an das neue Geschäftsdesign angepasst. Vor dem RTO ist es nicht ungewöhnlich, dass das börsennotierte Unternehmen wenig bis gar keine Aktivitäten hatte und eher als Mantelgesellschaft existiert. Dies ermöglicht es dem privaten Unternehmen, seine Geschäftstätigkeit relativ einfach in die Hülle der öffentlichen Einheit zu verlagern, während gleichzeitig die Kosten, regulatorischen Anforderungen und Zeitbeschränkungen eines IPO vermieden werden. Während ein traditioneller IPO Monate oder Jahre dauern kann, kann ein RTO in nur wenigen Wochen abgeschlossen werden.
Wichtig
Für ein Unternehmen, das an die Börse gehen möchte, können Reverse Takeovers (RTOs) eine günstigere und schnellere Option als ein IPO sein. Allerdings bergen sie tendenziell größere Risiken für Anleger.
Manchmal werden RTOs als "IPO des armen Mannes" bezeichnet. Dies liegt daran, dass Studien gezeigt haben, dass Unternehmen, die über einen RTO an die Börse gehen, im Allgemeinen niedrigere Überlebensraten und eine geringere langfristige Leistung aufweisen als Unternehmen, die über einen traditionellen IPO an die Börse gehen.
Wichtige Faktoren und Herausforderungen bei Reverse Takeovers
Im Gegensatz zu konventionellen IPOs, die abgesagt werden können, wenn die Aktienmärkte schlecht laufen, werden Reverse-Merger in der Regel nicht auf Eis gelegt. Viele private Unternehmen, die einen Reverse-Merger durchführen möchten, haben oft eine Reihe von Verlusten erlitten, und ein Teil der Verluste kann als steuerlicher Verlustvortrag auf zukünftige Einkünfte angerechnet werden.2
Auf der anderen Seite können Reverse Mergers Schwächen in der Managementerfahrung und Buchführung des privaten Unternehmens offenbaren. Ebenso scheitern viele Reverse Mergers; sie erfüllen letztendlich nicht die versprochenen Erwartungen, wenn sie schließlich mit dem Handel beginnen.
Ein ausländisches Unternehmen kann einen RTO als Mechanismus nutzen, um Zugang zum US-Markt zu erhalten. Wenn beispielsweise ein Unternehmen mit Sitz außerhalb der USA genügend Aktien kauft, um eine Mehrheitsbeteiligung an einem US-Unternehmen zu erlangen, kann es die Fusion des im Ausland ansässigen Unternehmens mit dem in den USA ansässigen Unternehmen vorantreiben.