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Risikoverlagerung

Was ist Risikoverlagerung? Definition und wichtige Beispiele



Wichtige Erkenntnisse


  • Risikoverlagerung überträgt Risiko oder Haftung von einer Partei auf eine andere.
  • Sie ist im Finanzwesen weit verbreitet, wo Parteien gegen eine Gebühr die Risiken anderer übernehmen.
  • Versicherungen verlagern das Verlustrisiko vom Versicherungsnehmer auf den Versicherer.
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Was ist Risikoverlagerung?


Risikoverlagerung bezeichnet die Übertragung von Risiko von einer Partei auf eine andere. Sie kann viele Formen annehmen. Für Unternehmen kann Risikoverlagerung bedeuten, Anlagepositionen abzusichern, indem sie von leistungsorientierten Pensionsplänen zu beitragsorientierten Altersvorsorgeplänen wie 401(k)s wechseln. Das mit den Pensionsplänen verbundene Anlage- und Auszahlungsrisiko verlagert sich vom Unternehmen auf seine Mitarbeiter.

Risikoverlagerung betrifft auch alltägliche finanzielle Aktivitäten, wie den Abschluss einer Versicherung gegen ein unvorhergesehenes negatives Ereignis. Sie kann Ihre persönlichen Finanzentscheidungen beeinflussen.



Wie Risikoverlagerung funktioniert


Risikoverlagerung bei einem angeschlagenen Unternehmen mit erheblichen Schulden tritt auf, weil mit sinkendem Eigenkapital der Anteil der Fremdkapitalgeber am Unternehmen steigt. Wenn das Unternehmen also mehr Risiko eingeht, fließen die potenziellen zusätzlichen Gewinne den Aktionären zu, während das Abwärtsrisiko auf die Fremdkapitalgeber fällt. Mit anderen Worten, das Risiko verlagert sich von Ersteren auf Letztere.

Da das Management nicht für entstandene Verluste haftet, betreiben Finanzinstitute in potenzieller oder tatsächlicher Notlage oft riskante Kreditvergaben, die sich negativ auf eine Volkswirtschaft auswirken können, indem sie Vermögensblasen und Bankenkrisen anheizen.

Risikomanagement kann der Risikoverlagerung durch angeschlagene Unternehmen und Institutionen vorzuziehen sein. Die Risikomanagementstrategie konzentriert sich auf die Abwägung von Risiko und Rendite, um einen ausreichenden Cashflow zur Erfüllung finanzieller Verpflichtungen zu generieren, anstatt den „Schießen-Sie-alle-Lichter-aus“-Ansatz der Risikoverlagerung zu verfolgen. Seit der Großen Rezession unterliegen Unternehmen strengeren Regulierungen, um einen umsichtigeren Umgang mit Risiken zu fördern.



Erkundung des moralischen Risikos


Eine Art der Risikoverlagerung ist das sogenannte moralische Risiko, das auftritt, wenn eine Einzelperson oder ein Unternehmen übermäßige Risiken eingeht, entweder als Reaktion auf perverse Anreize oder um finanziellen Stress zu lindern. Dieses risikoreiche Verhalten wird in der Regel mit dem Ziel unternommen, hohe Renditen für die Eigenkapitalbesitzer zu erzielen – die kaum zusätzlichem Abwärtsrisiko ausgesetzt sind, aber möglicherweise signifikante Zusatzrenditen erzielen – und hat den Effekt, das Risiko von Aktionären auf Fremdkapitalgeber zu verlagern.

Ein moralisches Risiko ist die Vorstellung, dass eine in gewisser Weise vor Risiken geschützte Partei sich anders verhalten wird, als wenn sie diesen Schutz nicht hätte. In der Versicherungsbranche tritt ein moralisches Risiko auf, wenn Versicherte mehr Risiken eingehen, da sie wissen, dass ihre Versicherer sie vor Verlusten schützen. Oder Banken, die als „too big to fail“ gelten, gehen oft zusätzliche finanzielle Risiken ein, da sie wissen, dass die Regierung sie retten wird.



Reale Beispiele für Risikoverlagerung


In der Immobilienwelt kann ein Gewerbeimmobilieneigentümer Wege finden, Risiken auf seine Mieter zu übertragen.

Zum Beispiel verlangen viele Gewerbeimmobilieneigentümer von ihren Boutique-Mietern, zusätzlich zum Mietvertrag einen Vertrag zu unterzeichnen. Dieser Vertrag kann sicherstellen, dass der Boutique-Besitzer die Ladenfront und den unmittelbar angrenzenden Gehweg sauber und in den Wintermonaten schnee- und eisfrei hält. Falls ein Kunde klagt, weil er auf dem Eis ausgerutscht und gestürzt ist, würde der Vertrag festlegen, dass der Ladenbesitzer für die Arztrechnungen des verletzten Kunden und die Anwaltskosten der Klage verantwortlich ist. Diese Art von Vertrag kann auch eine „Freistellungsvereinbarung“ enthalten, die den Gewerbeimmobilieneigentümer von allen Folgen oder Haftungen aufgrund der Handlungen des Boutique-Besitzers befreit.

Ein weiteres Beispiel für Risikoverlagerung ist ein Bürogebäude, das einen Reinigungsdienst beauftragt, um die Räumlichkeiten sauber und sicher zu halten. Diese Reinigungsdienste werden möglicherweise aufgefordert, einen Vertrag zu unterzeichnen, der einen Teil der Risiken überträgt. Wenn beispielsweise ein Reinigungskraft an einem regnerischen Tag versäumt, einen nassen Eingang zu wischen, und ein Gast im Gebäude stürzt und sich ein Bein bricht, würde dieser Vertrag sicherstellen, dass das Reinigungsunternehmen für die Verletzungen und Arztkosten des Mitarbeiters haftet.

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