Round Triptrades
Round-Trip Trading: Definition, Beispiele und ethische Überlegungen
Was ist Round-Trip Trading?
Round-Trip Trading liegt vor, wenn dasselbe Wertpapier innerhalb kurzer Zeit verkauft und zurückgekauft wird, oft zu ähnlichen Preisen. Dies erzeugt die Illusion höherer Handelsaktivität oder Einnahmen. Obwohl es wie ein legitimer Teil des normalen Marktbetriebs erscheinen mag, wird es oft negativ bewertet, wenn es zur Manipulation von Finanzberichten oder zur Irreführung von Anlegern eingesetzt wird. Im Gegensatz zu regulären Handelsstrategien wie dem Daytrading dienen Round-Trip-Geschäfte in der Regel keinem wirtschaftlichen Zweck, außer Zahlen aufzublähen. Beispiele wie Enrons Round-Trip-Energiegeschäfte zeigen, wie die Praxis die Marktwahrnehmung verzerren und zu rechtlichen und finanziellen Konsequenzen führen kann.
Wichtige Erkenntnisse
- Round-Trip Trading beinhaltet das wiederholte Kaufen und Verkaufen eines Wertpapiers, um sein Handelsvolumen künstlich aufzublähen.
- Diese Praxis kann Anleger in die Irre führen, indem sie glauben machen, dass ein Wertpapier ein größeres Interesse weckt, als tatsächlich der Fall ist.
- Round-Trip Trading unterscheidet sich von legalen Handelsstrategien, die von Daytradern angewendet werden, die bestimmten Vorschriften folgen.
- Der Zusammenbruch von Enron beinhaltete Round-Trip Trading als Teil seiner betrügerischen Buchhaltungspraktiken.
- Die SEC untersuchte Enrons Praktiken, was zu strafrechtlichen Anklagen und dem Untergang der beteiligten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft führte.
Wie Round-Trip Trading die Marktwahrnehmung manipuliert
Round-Trip Trading ist ein Versuch, den Anschein eines hohen Handelsvolumens zu erwecken, ohne dass das Unternehmen hinter dem Wertpapier einen Anstieg der Einnahmen oder Gewinne verzeichnet. Diese Art von Geschäften kann auf verschiedene Weise durchgeführt werden, am häufigsten jedoch von einem einzelnen Händler, der das Wertpapier am selben Handelstag verkauft und kauft, oder von zwei Unternehmen, die Wertpapiere untereinander kaufen und verkaufen. Diese Praxis wird auch als Churning oder Wash-Trading bezeichnet.
Round-Trip Trading kann leicht mit legitimen Handelsverfahren verwechselt werden, wie etwa den häufigen Round-Trip-Geschäften von Pattern-Day-Tradern. Diese Händler führen in der Regel viele Transaktionen am selben Tag durch. Sie müssen jedoch Mindeststandards einhalten, wie z. B. ein Eigenkapital von mindestens 25.000 US-Dollar auf dem Konto, bevor sie diese Art von Transaktionen durchführen, und ihre Nettogewinne oder -verluste aus den Transaktionen als Einkommen melden, anstatt vorzutäuschen, dass Gewinne Investitionen und Verluste Ausgaben sind.
Ein Beispiel für ein akzeptables Round-Trip-Geschäft ist ein Swap-Geschäft. Dabei verkaufen Institute Wertpapiere und vereinbaren, sie später zum gleichen Preis zurückzukaufen. Geschäftsbanken und Derivate nutzen diese Handelsart häufig. Sie bläht jedoch weder Handelsvolumina noch Bilanzen auf.
Beispiel aus der Praxis: Enrons Einsatz von Round-Trip Trading
Eines der bekanntesten Beispiele für Round-Trip Trading war der Fall des Zusammenbruchs von Enron im Jahr 2001. Durch die Übertragung hochwertiger Aktien auf bilanzunwirksame Zweckgesellschaften (Special Purpose Vehicles, SPVs) gegen Bargeld oder einen Schuldschein konnte Enron so tun, als würde es weiterhin Gewinne erzielen, während es gleichzeitig Vermögenswerte in seiner Bilanz absicherte.
Enrons Aktien stützten diese Übertragungen, was eine instabile Situation schuf. Zusammen mit betrügerischer Buchführung täuschte Enron die Wall Street und die Öffentlichkeit, indem es ihnen vorgaukelte, das Unternehmen sei stabil, während es in Wirklichkeit kämpfte.
Die Securities and Exchange Commission (SEC) leitete eine Untersuchung der Aktivitäten ein, und mehrere Personen wurden strafrechtlich verfolgt und inhaftiert. Auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Enrons Buchführung bearbeitete, ging aufgrund ihrer Beteiligung an dem Betrug unter. Die Firma wurde der Behinderung der Justiz für schuldig befunden, weil sie Unterlagen vernichtete, die Vorstandsmitglieder und hochrangige Enron-Mitarbeiter belastet hätten.