Solidaritätszuschlag
Solidaritätssteuer verstehen: Definition, Funktionsweise und globale Beispiele
Wichtige Erkenntnisse
- Eine Solidaritätsabgabe ist eine zusätzliche Steuer zur Finanzierung gesellschaftlich verbindender Projekte.
- Diese Steuer kann eine kurzfristige Lösung sein, oft an die Einkommensteuer gekoppelt.
- Deutschlands Solidaritätsabgabe finanzierte den Wiederaufbau Ostdeutschlands nach der Wiedervereinigung 1991.
- Frankreichs Vermögenssteuer zielt auf Haushalte mit einem Nettovermögen von über 1,3 Millionen Euro ab.
- Solidaritsabgaben können manchmal dauerhaft werden, was verfassungsrechtliche Debatten auslöst.
Was ist eine Solidaritsabgabe?
Eine Solidaritätsabgabe ist eine zusätzliche Abgabe, die erhoben wird, um bestimmte öffentliche Initiativen zu finanzieren, oft im Zusammenhang mit großen nationalen Anstrengungen wie der Wiedervereinigung oder der wirtschaftlichen Entwicklung. Diese Abgaben können vorübergehend sein und werden in der Regel zusätzlich zur regulären Einkommensteuer für Einzelpersonen und Unternehmen erhoben. Länder wie Deutschland und Frankreich haben bekannte Versionen dieser Abgabe eingeführt.
Wie Solidaritsabgaben funktionieren
Die vom Staat erhobene Solidaritätsabgabe hilft, Projekte zu finanzieren, die darauf abzielen, die Öffentlichkeit bei einem oder mehreren spezifischen Zielen zu einen. Die Abgabe wird zusätzlich zur persönlichen oder Körperschaftsteuer gezahlt und wird in der Regel auf Basis eines Prozentsatzes der Steuerschuld berechnet. In einigen Fällen handelt es sich um einen Pauschalbetrag.
Solidaritsabgaben können in Kriegszeiten oder für große Vorhaben eingeführt werden, die die Bevölkerung und ihren Patriotismus mobilisieren. Solidaritätsabgaben können verschiedene Formen annehmen, darunter einmalige Abgaben, ein Zuschlag auf die Einkommensteuer, ein Zuschlag auf Umsatz- oder Mehrwertsteuer oder andere Erhebungsmethoden. Meistens sind Solidaritätsabgaben als kurzlebig gedacht und sollen nicht dauerhaft werden, auch wenn dies nicht immer der Fall ist.
Praxisbeispiele für Solidaritsabgaben
Deutschlands Erfahrungen mit der Solidaritsabgabe
Die Solidaritätsabgabe wurde in mehreren Ländern in Betracht gezogen oder eingeführt, insbesondere in Deutschland, dessen Solidaritätsabgabe zur Wiederbelebung Ostdeutschlands genutzt wurde. Das Land führte 1991 eine Solidaritätsabgabe mit einem Pauschalsatz von 7,5 % auf alle persönlichen Einkommen ein, nachdem Ost- und Westdeutschland wieder vereint wurden. Der Zweck der Abgabe war es, Kapital für die neu integrierte Verwaltung bereitzustellen. Sie wurde nur ein Jahr lang erhoben, da sie nur als kurzfristiges Programm gedacht war.
1995 führte die Regierung die Abgabe jedoch wieder ein, um die wirtschaftliche Entwicklung in Ostdeutschland zu finanzieren. Nachdem der Satz 1998 gesenkt wurde, müssen Steuerzahler einen Zuschlag von 5,5 % auf ihre jährliche Körperschaft- und Einkommensteuer als Solidaritätsabgabe zahlen. Da die Solidaritätsabgabe als kurzfristiger Zuschlag oder Ergänzungsabgabe auf die reguläre Einkommensteuer gedacht war, steht die langjährige deutsche Solidaritätsabgabe wegen Verfassungswidrigkeit in der Kritik.
Im Jahr 2018 einigten sich die beiden wichtigsten politischen Parteien des Landes, die Christlich Demokratische Union (CDU) und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), auf eine Senkung der Solidaritätsabgabe für Steuerzahler mit niedrigem und mittlerem Einkommen.
Frankreichs Ansatz zur Solidarits-Vermögenssteuer
In Frankreich wird eine Solidaritätsabgabe auf Vermögen erhoben. Diese Vermögenssteuer, landläufig als Impôt de solidarité sur la fortune (ISF) oder Solidaritätsabgabe auf Vermögen bekannt, wird von schätzungsweise 350.000 Haushalten mit einem Nettovermögen von mehr als 1,3 Millionen Euro gezahlt. Sie wurde erstmals 1981 als Impôt sur les Grandes Fortunes (IGF) eingeführt, 1986 abgeschafft und 1988 als ISF wieder eingeführt. In Frankreich ansässige Steuerpflichtige unterliegen der Solidaritäts-Vermögenssteuer, die auf alle ihre Vermögenswerte erhoben wird – inländische und weltweite Vermögenswerte.
Die Solidaritätsabgabe wird von vielen kritisiert, die glauben, dass sie die Wohlhabenden aus Frankreich vertreibt oder die Reichen dazu anregt, Wege zur Steuerhinterziehung zu finden. Im Jahr 2017 stimmte die französische Regierung zu, die Solidaritätsabgabe auf Vermögen abzuschaffen und durch eine Solidaritätsabgabe auf Immobilien (ab 1. Januar 2018) zu ersetzen, die denselben Schwellenwert und denselben Satz wie die ISF haben wird, aber nur auf Immobilienvermögen zu zahlen ist – nicht auf Aktien, Anleihen oder Lebensversicherungen.