Spotkurs
Spotkurse verstehen: Definition, Mechanismus und ein Praxisbeispiel
Was ist der Kassakurs?
Der Kassakurs ist der Preis für die sofortige Abwicklung einer Ware, Währung oder eines anderen Vermögenswerts. Dies unterscheidet sich von einem Termin- oder Forward-Preis, bei dem ein Preis im Voraus festgelegt wird. Auch als „Spotpreis" bekannt, ist der Kassakurs der aktuelle Marktwert, der auf dem Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage basiert.
Während Kassakurse von Zeit und Ort abhängen, sind sie in der Regel weltweit einheitlich. Kassakurse sind besonders wichtig auf Rohstoff- und Währungsmärkten, wo sich Preise im Laufe der Zeit schnell ändern können.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Kassakurs ist der aktuelle Marktpreis für die sofortige Abwicklung einer Ware, eines Wertpapiers oder einer Währung.
- Kassakurse werden durch die aktuellen Angebots- und Nachfragebedingungen auf dem Markt beeinflusst.
- Im Gegensatz zu Kassakursen werden Terminpreise für die zukünftige Lieferung eines Vermögenswerts festgelegt und können erheblich von den Kassakursen abweichen.
- Kassakurse sind weltweit vereinheitlicht, wobei Wechselkurse berücksichtigt werden.
- Kassakurse sind entscheidend für die Bestimmung von Terminkursen und das Verständnis von Markttrends.
- mgstudyo / Getty Images
Wie Kassakurse Finanztransaktionen beeinflussen
Bei Währungstransaktionen wird der Kassakurs durch die Nachfrage von Einzelpersonen und Unternehmen, die in einer Fremdwährung handeln möchten, sowie durch Devisenhändler beeinflusst. Im Devisenhandel wird der Kassakurs auch als „Referenzkurs", „Direktkurs" oder „Outright-Kurs" bezeichnet.
Neben Währungen umfassen Vermögenswerte mit Kassakursen Rohstoffe (z. B. Rohöl, herkömmliches Benzin, Propan, Baumwolle, Gold, Kupfer, Kaffee, Weizen, Bauholz) und Anleihen. Rohstoffkassakurse basieren auf Angebot und Nachfrage für diese Güter, während Anleihekassakurse auf dem Nullkupon-Satz basieren. Eine Reihe von Quellen, darunter Bloomberg, Morningstar und ThomsonReuters, bieten Händlern Kassakursinformationen. Dieselben Kassakurse, insbesondere Währungspaare und Rohstoffpreise, werden in den Nachrichten weit verbreitet.
Vergleich von Kassakursen mit Terminkursen
Die Kassakursabwicklung (d. h. die Übertragung von Geldern, die einen Kassakontrakt abschließt) erfolgt normalerweise ein oder zwei Geschäftstage nach dem Handelstag, auch als Horizont bezeichnet. Das Kassadatum ist der Tag, an dem die Abwicklung erfolgt. Unabhängig davon, was zwischen dem Datum der Transaktionsinitiierung und dem Datum der Abwicklung auf den Märkten passiert, wird die Transaktion zum vereinbarten Kassakurs abgeschlossen.
Der Kassakurs wird zur Bestimmung eines Terminkurses – des Preises einer zukünftigen Finanztransaktion – verwendet, da der erwartete zukünftige Wert einer Ware, eines Wertpapiers oder einer Währung teilweise auf ihrem aktuellen Wert und teilweise auf dem risikofreien Zinssatz und der Zeit bis zur Vertragsfälligkeit basiert. Händler können einen unbekannten Kassakurs extrapolieren, wenn sie den Terminpreis, den risikofreien Zinssatz und die Restlaufzeit kennen.
Die Dynamik zwischen Kassakursen und Terminpreisen verstehen
Der Unterschied zwischen Kassakursen und Terminpreisen kann erheblich sein. Terminpreise können sich im Contango oder in der Backwardation befinden. Contango ist, wenn Terminpreise fallen, um den niedrigeren Kassakurs zu erreichen. Backwardation ist, wenn Terminpreise steigen, um den höheren Kassakurs zu erreichen. Backwardation begünstigt tendenziell Netto-Long-Positionen, da die Terminpreise steigen, um den Kassakurs zu erreichen, je näher der Vertrag an das Verfallsdatum rückt. Contango begünstigt Short-Positionen, da die Terminkontrakte an Wert verlieren, wenn sie sich dem Verfallsdatum nähern und mit dem niedrigeren Kassakurs konvergieren.
Terminmärkte können zwischen Contango und Backwardation wechseln und für kurze oder lange Zeiträume in einem der beiden Zustände verbleiben. Die Betrachtung sowohl von Kassakursen als auch von Terminpreisen ist für Terminhändler vorteilhaft.
Praktisches Beispiel: Kassakurs in Aktion
Wenn eine Großhändlerin im August Bananen benötigt, die in zwei Tagen geliefert werden sollen, zahlt sie den Kassakurs. Wenn sie Bananen im Dezember möchte und aufgrund der Nachfrage mit steigenden Preisen rechnet, sollte sie keinen Kassakauf tätigen, da diese verderben könnten. Da die Ware erst im Dezember benötigt wird, ist ein Terminkontrakt für die Bananeninvestition besser geeignet.
Im obigen Beispiel wird eine tatsächliche physische Ware zur Lieferung genommen. Diese Art von Transaktion wird am häufigsten über Terminkontrakte und traditionelle Verträge abgewickelt, die zum Zeitpunkt der Unterzeichnung auf den Kassakurs verweisen. Händler hingegen möchten in der Regel keine physische Lieferung erhalten und nutzen daher Optionen und andere Instrumente, um Positionen auf den Kassakurs für einen bestimmten Rohstoff oder ein bestimmtes Währungspaar einzunehmen.
CME Group. „What is Contango and Backwardation."
CME Group. „What is Contango and Backwardation."
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