Taktische Asset Allocation
Taktische Asset Allocation verstehen: Strategie, Vorteile und Beispiele
Was ist taktische Asset Allocation (TAA)?
Taktische Asset Allocation ist eine aktive Portfoliomanagement-Strategie, die den Prozentsatz der in verschiedenen Kategorien gehaltenen Vermögenswerte verschiebt, um Marktpreisanomalien oder starke Marktsektoren auszunutzen. Diese Strategie hilft Managern, Mehrwert zu schaffen, indem sie spezifische Marktsituationen nutzen. Es ist eine moderat aktive Strategie, da die Manager nach Erreichen der gewünschten kurzfristigen Gewinne zur ursprünglichen Vermögensmischung des Portfolios zurückkehren.
TAA umfasst sowohl diskretionäre als auch systematische Strategien, wobei die Portfoliogewichte an die Marktbedingungen angepasst werden. Es ist nicht dasselbe wie Portfolio-Rebalancing.
Wichtige Erkenntnisse
- Taktische Asset Allocation (TAA) beinhaltet die Anpassung von Vermögensgewichten, um kurzfristige Marktchancen zu nutzen.
- TAA erlaubt temporäre Verschiebungen in Anlageklassen, wie z. B. die Erhöhung von Rohstoffen, wenn eine steigende Nachfrage prognostiziert wird.
- Taktische Verschiebungen sind in der Regel gering und liegen zwischen 5 % und 10 % des Portfolios, um die strategische Integrität zu wahren.
- Diskretionäre TAA basiert auf dem Urteil des Anlegers, während systematische TAA quantitative Modelle nutzt, um Marktineffizienzen auszunutzen.
- TAA unterscheidet sich vom Rebalancing, da sie die strategische Allokation vorübergehend ändert, anstatt sie auf vordefinierte Niveaus zurückzusetzen.
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Die Grundlagen der taktischen Asset Allocation verstehen
Um die taktische Asset Allocation zu verstehen, muss man zuerst die strategische Asset Allocation verstehen. Ein Portfoliomanager kann eine Anleger-Policy-Erklärung (IPS) erstellen, um die strategische Mischung der Vermögenswerte für die Aufnahme in das Portfolio des Kunden festzulegen. Der Manager wird viele Faktoren berücksichtigen, wie die erforderliche Rendite, akzeptable Risikoniveaus, rechtliche und Liquiditätsanforderungen, Steuern, Zeithorizont und besondere Umstände des Anlegers.
Die langfristigen prozentualen Anteile der Anlageklassen in einem Portfolio bilden die strategische Asset Allocation. Diese Mischung von Vermögenswerten und Gewichten hilft Anlegern, ihre spezifischen Ziele zu erreichen. Das folgende ist ein einfaches Beispiel für eine typische Portfolioallokation und das Gewicht jeder Anlageklasse.
Bargeld = 10%
Anleihen = 35%
Aktien = 45%
Rohstoffe = 10%
Warum taktische Asset Allocation Ihr Portfolio verbessern kann
Taktische Asset Allocation ist der Prozess, eine aktive Haltung gegenüber der strategischen Asset Allocation einzunehmen und die langfristigen Zielgewichte für einen kurzen Zeitraum anzupassen, um Markt- oder Wirtschaftschancen zu nutzen. Angenommen, Daten deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach Rohstoffen in den nächsten 18 Monaten erheblich steigen wird. Es könnte für einen Anleger klug sein, mehr Kapital in diese Anlageklasse umzuschichten, um die Gelegenheit zu nutzen. Während die strategische Allokation des Portfolios gleich bleibt, könnte die taktische Allokation dann wie folgt aussehen:
Bargeld = 5%
Anleihen = 35%
Aktien = 45%
Rohstoffe = 15%
Taktische Verschiebungen können auch innerhalb einer Anlageklasse auftreten. Angenommen, die strategische 45 %-Allokation in Aktien ist aufgeteilt in 30 % Large-Caps und 15 % Small-Caps. Wenn die Aussichten für Small-Cap-Aktien ungünstig erscheinen, könnte es eine kluge taktische Entscheidung sein, die Allokation innerhalb der Aktien vorübergehend auf 40 % Large-Caps und 5 % Small-Caps zu verschieben, bis sich die Bedingungen ändern.
Normalerweise liegen taktische Verschiebungen zwischen 5 % und 10 %, obwohl sie auch niedriger sein können. In der Praxis ist es ungewöhnlich, eine Anlageklasse taktisch um mehr als 10 % zu verändern. Eine so große Anpassung würde auf ein grundlegendes Problem bei der Konstruktion der strategischen Asset Allocation hinweisen.
Taktische Asset Allocation unterscheidet sich vom Portfolio-Rebalancing. Beim Rebalancing werden Trades durchgeführt, um das Portfolio wieder auf die gewünschte strategische Asset Allocation zu bringen. Die taktische Asset Allocation passt die strategische Asset Allocation für kurze Zeit an, mit der Absicht, zur strategischen Allokation zurückzukehren, sobald die kurzfristigen Chancen verschwinden.
Erkundung verschiedener Arten der taktischen Asset Allocation
TAA-Strategien können entweder diskretionär oder systematisch sein. Bei der diskretionären TAA ändern Anleger die Asset Allocation basierend auf Marktbewertungen. Ein Anleger mit erheblichen Aktienbeständen möchte diese beispielsweise reduzieren, wenn erwartet wird, dass Anleihen für einen Zeitraum eine bessere Performance als Aktien erzielen. Im Gegensatz zum Aktienauswahl geht es bei der taktischen Asset Allocation um Urteile über ganze Märkte oder Sektoren. Folglich betrachten einige Anleger TAA als Ergänzung zum Investmentfonds-Investieren.
Umgekehrt nutzt eine systematische taktische Asset Allocation-Strategie ein quantitatives Investmentmodell, um Ineffizienzen oder vorübergehende Ungleichgewichte zwischen verschiedenen Anlageklassen auszunutzen. Diese Verschiebungen basieren auf bekannten finanziellen Marktanomalien oder Ineffizienzen, die durch akademische und praktische Forschung gestützt werden.
Kurzer Fakt
Sechsundvierzig Prozent der Befragten in einer Umfrage unter kleineren Hedgefonds, Endowments und Stiftungen nutzen nach eigenen Angaben taktische Asset Allocation-Techniken, um den Markt durch das Mitreiten von Markttrends zu schlagen.