Verbindlichkeitenmanagement
Die Rolle des Liability Management im Bankwesen: Definition und Strategien
Wichtige Erkenntnisse
- Liability Management bezieht sich darauf, dass Banken die Laufzeiten von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ausgleichen, um Liquidität und gesunde Bilanzen zu erhalten.
- Effektives Liability Management verringert das Risiko von Asset-Liability-Diskrepanzen durch Absicherung gegen Zinsänderungen.
- Diese Strategie ist für Banken mit Festzinsprodukten und Pensionsplänen entscheidend, um Finanzierungslücken zu vermeiden.
- Banken begannen in den 1960er Jahren, handelbare CDs auszugeben, um Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aktiver zu verwalten.
- Ein Asset-Liability-Committee (ALCO) überwacht das Liability Management, um die Stabilität und Rentabilität einer Bank zu gewährleisten.
Was ist Liability Management?
Liability Management ist die Praxis von Banken, ein Gleichgewicht zwischen den Laufzeiten ihrer Vermögenswerte und ihrer Verbindlichkeiten zu wahren, um ihre Finanzgeschäfte auszugleichen und Stabilität zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang umfassen Verbindlichkeiten sowohl das Geld der Einleger als auch von anderen Finanzinstituten geliehene Mittel.
Eine Bank, die Liability Management betreibt, kümmert sich um diese Mittel und sichert sich auch gegen Zinsänderungen ab. Eine Bank kann aufgrund von Illiquidität oder Zinsänderungen mit einem Missverhältnis zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten konfrontiert sein; Liability Management verringert die Wahrscheinlichkeit eines solchen Missverhältnisses.
Erkundung des Liability Management im Bankwesen
Eine Bank muss Zinsen auf Einlagen zahlen und auch einen Zinssatz für Kredite verlangen. Um diese beiden Variablen zu verwalten, verfolgen Banker den Nettozinsüberschuss oder die Differenz zwischen den gezahlten Zinsen auf Einlagen und den verdienten Zinsen aus Krediten.
Banken begannen in den 1960er Jahren, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aktiv zu verwalten, indem sie handelbare CDs ausgaben. Diese konnten vor Fälligkeit auf dem Sekundärmarkt verkauft werden, um am Geldmarkt zusätzliches Kapital zu beschaffen. Diese Strategie, auch als Asset/Liability Management bekannt, spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Endergebnisses einer Bank. Im Vorfeld der Finanzkrise 2007–08 haben einige Banken Verbindlichkeiten schlecht verwaltet, indem sie sich auf kurzfristige Schulden von anderen Banken stützten, um langfristige Hypotheken zu finanzieren – eine Praxis, die laut einem Regierungsbericht über die Krise zum Zusammenbruch des britischen Hypothekengebers Northern Rock beigetragen hat.
Ein Asset-Liability-Committee (ALCO), auch bekannt als Surplus-Management-Team einer Bank, ist eine Aufsichtsgruppe, die die Verwaltung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten mit dem Ziel koordiniert, angemessene Renditen zu erzielen. Durch effektives Management der Verbindlichkeiten eines Unternehmens bietet das ALCO eine Aufsicht zur besseren Bewertung von Bilanz- und außerbilanziellen Risiken eines Instituts. Die Mitglieder beziehen Zinsrisiko und Liquiditätsüberlegungen in das Betriebsmodell einer Bank ein.
Herausforderungen des Liability Management in der Bankenbranche
Als Finanzintermediäre nehmen Banken Einlagen entgegen, für die sie Zinsen zahlen müssen (Verbindlichkeiten) und vergeben Kredite, für die sie Zinsen erhalten (Vermögenswerte). Neben Krediten bilden auch Wertpapierportfolios die Vermögenswerte der Banken. Banken müssen das Zinsrisiko steuern, das zu einem Missverhältnis von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten führen kann. Volatile Zinssätze und die Abschaffung der Regulation Q, die den Zinssatz begrenzte, den Banken Einlegern zahlen durften, trugen zu diesem Problem bei.
Der Nettozinsüberschuss einer Bank – die Differenz zwischen dem Zinssatz, den sie auf Einlagen zahlt, und dem Zinssatz, den sie auf ihre Vermögenswerte (Kredite und Wertpapiere) erhält – ist eine Funktion der Zinssensitivität sowie des Volumens und des Mixes von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. In dem Maße, in dem eine Bank kurzfristig Kredite aufnimmt und langfristig Kredite vergibt, besteht oft ein Missverhältnis, das die Bank durch die Strukturierung ihrer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten oder durch den Einsatz von Derivaten (z. B. Swaps, Swaptions, Optionen und Futures) beheben muss, um sicherzustellen, dass sie alle ihre Verbindlichkeiten erfüllt.
Verwaltung von Verbindlichkeiten in leistungsorientierten Pensionsplänen
Ein leistungsorientierter (Defined-Benefit, DB) Pensionsplan bietet den Mitarbeitern bei Renteneintritt eine feste, im Voraus festgelegte Pensionsleistung, und der Arbeitgeber trägt das Risiko, dass die in den Pensionsplan investierten Vermögenswerte nicht ausreichen, um alle Leistungen zu bezahlen. Unternehmen müssen den Dollarbetrag der verfügbaren Vermögenswerte prognostizieren, um die von einem leistungsorientierten Plan geforderten Leistungen zu bezahlen.
Angenommen, eine Gruppe von Mitarbeitern muss ab in 10 Jahren insgesamt 1,5 Millionen Dollar an Pensionszahlungen erhalten. Das Unternehmen muss eine Rendite auf die in den Pensionsplan investierten Dollar schätzen und bestimmen, wie viel das Unternehmen jedes Jahr beitragen muss, bevor die ersten Zahlungen in 10 Jahren beginnen.
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