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Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit

Was ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit? Definition, Anlagen und Gewinne



Wichtige Erkenntnisse


  • Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit gehören den Versicherungsnehmern und zielen darauf ab, Versicherung zu Selbstkosten oder nahezu Selbstkosten anzubieten.
  • Gewinne von Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit können an die Mitglieder als Dividenden oder reduzierte Prämien zurückgegeben werden.
  • Im Gegensatz zu Aktienversicherungen sind Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit nicht börsennotiert und konzentrieren sich auf langfristige Investitionen.
  • Eine Demutualisierung findet statt, wenn ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit in eine börsennotierte Aktiengesellschaft umgewandelt wird.
  • Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit entstanden im 17. Jahrhundert, wobei Benjamin Franklin 1752 das erste US-amerikanische Unternehmen gründete.


Was ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit?


Ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit gehört seinen Versicherungsnehmern und nicht Aktionären. Er bietet sichere, stabile und vielfältige Anlagen, die im Laufe der Zeit wachsen. Dies verleiht dem Unternehmen langfristige Stabilität, sodass die Mitglieder darauf vertrauen können, dass es da ist, wenn sie es brauchen. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit sind nicht börsennotiert, daher ist es schwieriger, sie zu bewerten; es gibt keine Aktiensignale, weniger Transparenz und das Management entscheidet, wie viel an die Mitglieder zurückgegeben wird. Wenn ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit beschließt, sich zu demutualisieren und in eine aktionärseigene Gesellschaft umzuwandeln, erhalten seine Versicherungsnehmer in der Regel Bargeld oder Aktien des neuen Unternehmens.



Wie Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit arbeiten


Das Ziel eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit ist es, seinen Mitgliedern Versicherungsschutz zu oder nahezu Selbstkosten zu bieten. Wenn Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit Gewinne erzielen, geben sie diese in Form von Dividenden oder Prämienermäßigungen an die Mitglieder weiter.

Da sie nicht an Börsen gehandelt werden, konzentrieren sich Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit auf langfristige Vorteile ohne kurzfristigen Gewinndruck. Infolgedessen investieren sie in sicherere, niedrigverzinsliche Anlagen. Da sie nicht börsennotiert sind, ist es für Versicherungsnehmer schwieriger, die finanzielle Gesundheit oder die Dividendenberechnungen von Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit zu beurteilen.

Große Unternehmen können Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit zur Selbstversicherung gründen, indem sie Abteilungen zusammenlegen oder mit ähnlichen Unternehmen kooperieren. Beispielsweise könnten Ärzte Gelder bündeln, um aufgrund gemeinsamer Risiken bessere Deckung und niedrigere Prämien zu erhalten.

Wenn ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit von der Mitgliedereigentümerschaft zur Börsennotierung wechselt, spricht man von einer „Demutualisierung", und der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit wird zu einer Aktienversicherungsgesellschaft. Dieser Wechsel kann dazu führen, dass Versicherungsnehmer Aktien des neu börsennotierten Unternehmens erhalten. Meistens geschieht dies als eine Form der Kapitalbeschaffung. Aktienversicherungsgesellschaften können durch die Ausgabe von Aktien Kapital beschaffen, während Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit Kapital nur durch Kreditaufnahme oder Prämienerhöhungen beschaffen können.



Die Entwicklung und Geschichte der Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit


Das Konzept der Gegenseitigkeitsversicherung begann im späten 17. Jahrhundert in England zur Deckung von Feuerschäden. In den Vereinigten Staaten begann es 1752, als Benjamin Franklin die Philadelphia Contributionship for the Insurance of Houses From Loss by Fire gründete.1 Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit gibt es heute fast überall auf der Welt.

In den letzten 20 Jahren hat die Versicherungsbranche große Veränderungen durchgemacht, insbesondere nachdem die Gesetzgebung der 1990er Jahre einige der Barrieren zwischen Versicherungsgesellschaften und Banken beseitigt hatte. Infolgedessen stieg die Rate der Demutualisierung, da viele Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit ihre Geschäftstätigkeit über das Versicherungsgeschäft hinaus diversifizieren und mehr Kapital beschaffen wollten.

Einige Unternehmen wechselten vollständig zum Aktienbesitz, während andere gegenseitige Holdinggesellschaften gründeten, die den Versicherungsnehmern eines umgewandelten Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit gehören.

Insurance Information Institute. „Kurze Geschichte"

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