Vertrag von Lissabon
Lisbon Treaty erklärt: Auswirkungen, Geschichte und Schlüsseländerungen
Wichtige Erkenntnisse
- Der Lisbon Treaty etablierte eine stärker zentralisierte EU-Führung und optimierte die Politikgestaltung.
- Er führte Artikel 50 ein, der es EU-Mitgliedern ermöglicht, die Union zu verlassen.
- Der Vertrag änderte den Treaty of Rome und den Maastricht Treaty, um den Zusammenhalt der EU zu stärken.
- Er ersetzte den erfolglosen Constitutional Treaty durch gewichtete Abstimmungen, um die Macht der Mitglieder auszugleichen.
- Befürworter loben die besseren Kontrollen und Ausgleiche; Kritiker sagen, es zentralisiere die Macht und benachteilige kleinere Staaten.
Was ist der Lisbon Treaty?
Der Lisbon Treaty von 2007 überarbeitete die Vorschriften der Europäischen Union und änderte zwei frühere Verträge, die die Grundlage für die EU schufen. Obwohl der Lisbon Treaty auf bestehenden Verträgen aufbaute, etablierte er eine bessere zentralisierte Führung und Außenpolitik, ein Verfahren für Länder, die EU zu verlassen, und einen optimierten Prozess zur Verabschiedung neuer Politiken. Der Lisbon Treaty ersetzte auch den zuvor abgelehnten Constitutional Treaty, der versuchte, eine Unionsverfassung zu etablieren.
Umfassender Überblick über den Lisbon Treaty
Vereinbarungen und Kontext vor dem Lisbon Treaty
Der Lisbon Treaty wurde von den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union unterzeichnet und trat offiziell im Dezember 2009 in Kraft, zwei Jahre nach seiner Unterzeichnung. Er änderte zwei bestehende Verträge, den Treaty of Rome und den Maastricht Treaty.
Treaty of Rome: 1957 unterzeichnet, führte dieser Vertrag die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) ein, reduzierte Zollvorschriften zwischen den Mitgliedsländern und ermöglichte einen Binnenmarkt für Waren sowie die entsprechenden Politiken für deren Transport. Auch bekannt als Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV).
Maastricht Treaty: 1992 unterzeichnet, etablierte dieser Vertrag die drei Säulen der Europäischen Union und ebnete den Weg für den Euro, die gemeinsame Währung. Auch bekannt als Vertrag über die Europäische Union (TEU).
Während diese früheren Verträge Grundregeln und Grundsätze der Europäischen Union festlegten, ging der Lisbon Treaty weiter und etablierte neue unionsweite Rollen und offizielle rechtliche Verfahren.
Wichtige Reformen des Lisbon Treaty
Der Lisbon Treaty baute auf bestehenden Verträgen auf, verabschiedete jedoch neue Regeln, um den Zusammenhalt zu stärken und das Handeln innerhalb der Europäischen Union zu straffen. Wichtige Artikel des Lisbon Treaty sind:
Artikel 18: Etablierte ein Protokoll zur Wahl eines Hohen Vertreters der Union für Außen- und Sicherheitspolitik. Gewählt oder abgewählt durch Mehrheitsbeschluss, beaufsichtigt dieser Vertreter die Außen- und Sicherheitspolitik der Union.
Artikel 21: Legte eine detaillierte globale diplomatische Politik für die Europäische Union fest, basierend auf den Prinzipien universeller Menschenrechte, Demokratie und Entwicklung. Die Union verpflichtete sich, Bündnisse mit jenen Ländern zu schmieden, die diese Überzeugungen unterstützen, und sich an Drittländer zu wenden, um ihnen bei der Entwicklung zu helfen.
Artikel 50: Etablierte Verfahren für ein Mitgliedsland, die Europäische Union zu verlassen.
Der Lisbon Treaty ersetzte auch den zuvor abgelehnten Constitutional Treaty, der versuchte, eine Unionsverfassung zu etablieren. Die Mitgliedsländer konnten sich nicht auf die in der Verfassung festgelegten Abstimmungsverfahren einigen, da einige Länder, wie Spanien und Polen, an Stimmgewicht verlieren würden.
Der Lisbon Treaty löste dieses Problem, indem er gewichtete Stimmen vorschlug und den Anwendungsbereich der qualifizierten Mehrheitsabstimmung erweiterte.
Verschiedene Perspektiven auf den Lisbon Treaty
Diejenigen, die den Lisbon Treaty unterstützten, argumentierten, dass er die Rechenschaftspflicht durch ein besseres System von Kontrollen und Ausgleichen verbesserte und dass er dem Europäischen Parlament mehr Macht gab, das einen großen Einfluss auf die Legislative der Union hatte.
Viele Kritiker des Lisbon Treaty argumentierten, dass er den Einfluss zur Mitte zog, eine ungleiche Machtverteilung schuf, die die Bedürfnisse kleinerer Länder ignorierte.