Zinsaufwand
Zinsaufwendungen: Wie sie funktionieren, plus Deckungsgrad erklärt
Was sind Zinsaufwendungen?
Ein Unternehmen verbucht Zinsaufwendungen, wenn es einen Kredit von einem Kreditgeber aufnimmt. Zinsaufwendungen sind nicht operative Aufwendungen, die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden.
Genauer gesagt stellen Zinsaufwendungen die fälligen Zinsen für alle Arten von Krediten dar – Anleihen, Darlehen, Wandelanleihen oder Kreditlinien. Sie werden im Wesentlichen als Zinssatz multipliziert mit dem ausstehenden Kapitalbetrag der Schulden berechnet.
Die Zinsaufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung stellen die während des von den Abschlüssen abgedeckten Zeitraums aufgelaufenen Zinsen dar, nicht den in diesem Zeitraum gezahlten Zinsbetrag.
Zinsaufwendungen sind für Unternehmen steuerlich absetzbar. Im Fall einer Einzelperson hängt dies jedoch von der Rechtsordnung und auch vom Zweck des Darlehens ab.
Für die meisten Menschen sind Hypothekenzinsen die größte Kategorie von Zinsaufwendungen im Laufe ihres Lebens. Der Zinsbetrag kann über die Laufzeit einer Hypothek zehntausende Dollar betragen, wie Online-Rechner veranschaulichen.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein Zinsaufwand ist ein Buchhaltungsposten, der erfasst wird, wenn Zinsen auf Schulden anfallen.
- Zinsaufwendungen erhalten oft eine steuerliche Begünstigung.
- Für Unternehmen gilt: Je höher die Zinsaufwendungen, desto größer die potenziellen Auswirkungen auf die Rentabilität. Deckungsverhältnisse können für eine genauere Analyse verwendet werden.
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- Investopedia / Ellen Lindner
Wie Zinsaufwendungen funktionieren
Zinsaufwendungen erscheinen oft als Posten in der Bilanz eines Unternehmens, da es in der Regel zeitliche Unterschiede zwischen aufgelaufenen und gezahlten Zinsen gibt.
Wenn Zinsen aufgelaufen, aber noch nicht gezahlt wurden, erscheinen sie im Bereich „kurzfristige Verbindlichkeiten" der Bilanz. Umgekehrt, wenn Zinsen im Voraus gezahlt wurden, erscheinen sie im Bereich „kurzfristige Vermögenswerte" als vorausbezahlter Posten.
Während Hypothekenzinsen in den Vereinigten Staaten steuerlich absetzbar sind, sind sie in Kanada nicht absetzbar. Der Zweck eines Darlehens ist ebenfalls entscheidend für die Bestimmung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen.
Zum Beispiel erlauben die meisten Rechtsordnungen den Abzug der Zinsaufwendungen für ein Darlehen, das für echte Investitionszwecke verwendet wird, von der Steuer.
Allerdings gibt es auch bei einer solchen steuerlichen Abzugsfähigkeit Einschränkungen. In Kanada beispielsweise sind Zinsaufwendungen nicht absetzbar, wenn das Darlehen für eine Investition aufgenommen wird, die auf einem registrierten Konto gehalten wird – wie einem Registered Retirement Savings Plan (RRSP), Registered Education Savings Plan (RESP) oder Tax-Free Savings Account.
Höhe der geschuldeten Zinsen
Die Höhe der Zinsaufwendungen für Unternehmen mit Schulden hängt vom allgemeinen Zinsniveau in der Wirtschaft ab.
In Zeiten hoher Inflation werden die Zinsaufwendungen höher sein, da die meisten Unternehmen Schulden mit einem höheren Zinssatz aufgenommen haben.
Andererseits werden die Zinsaufwendungen in Zeiten geringer Inflation niedriger sein.
Auswirkungen auf Unternehmen
Die Höhe der Zinsaufwendungen hat direkte Auswirkungen auf die Rentabilität, insbesondere bei Unternehmen mit einer hohen Schuldenlast.
Hoch verschuldete Unternehmen könnten in wirtschaftlichen Abschwüngen Schwierigkeiten haben, ihren Schuldendienst zu leisten.
In solchen Zeiten achten Investoren und Analysten besonders auf Solvenzquoten (wie Verschuldungsgrad und Zinsdeckungsgrad), um zu sehen, wie gut Unternehmen ihre Schulden verwalten können.
Zinsdeckungsgrad
Der Zinsdeckungsgrad ist definiert als das Verhältnis des operativen Ergebnisses eines Unternehmens (oder EBIT – Gewinn vor Zinsen und Steuern) zu seinen Zinsaufwendungen.
Diese Kennzahl misst die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Zinsaufwendungen aus dem operativen Ergebnis zu decken. Ein höherer Wert zeigt eine bessere Fähigkeit zur Deckung der Zinsaufwendungen an.
Zinsdeckungsgrad = EBIT ÷ Zinsaufwendungen
Beispiel
So hat beispielsweise ein Unternehmen mit Schulden in Höhe von 100 Millionen Dollar zu 8% Zinsen jährliche Zinsaufwendungen von 8 Millionen Dollar.
Wenn das jährliche EBIT 80 Millionen Dollar beträgt, dann beträgt der Zinsdeckungsgrad 10 (80 Millionen Dollar ÷ 8 Millionen Dollar).
Diese Zahl zeigt, dass das Unternehmen seine Zinsverpflichtungen problemlos erfüllen kann.
Umgekehrt könnte ein Rückgang des EBIT unter 24 Millionen Dollar einen Zinsdeckungsgrad von weniger als 3 bedeuten, was darauf hindeuten könnte, dass das Unternehmen Schwierigkeiten hat, zahlungsfähig zu bleiben. Ein Zinsdeckungsgrad von weniger als 3 wird oft als Warnsignal betrachtet.
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Welche Auswirkungen hat ein niedriger Zinsdeckungsgrad auf das zukünftige Wachstum eines Unternehmens?
Welche verschiedenen Arten von Zinsdeckungsgraden gibt es und welche Zwecke erfüllen sie?
Warum ist der Branchenkontext bei der Bewertung von Finanzkennzahlen entscheidend?
Internal Revenue Service. "Topic No. 505, Interest Expense."
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Government of Canada. "Income Tax Folio S3-F6-C1, Interest Deductibility."
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Unternehmensfinanzierung