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Überanpassung

Overfitting in der Datenmodellierung: Verständnis und Vermeidung



Wichtige Erkenntnisse


  • Überanpassung tritt auf, wenn ein Modell zu eng an einen kleinen Datensatz angepasst wird.
  • Überanpassung verringert die Vorhersagekraft eines Modells, indem sie es zu komplex macht.
  • Das Testen eines Modells an externen Daten hilft, Überanpassung zu erkennen.
  • Methoden zur Vermeidung von Überanpassung umfassen Kreuzvalidierung, Ensemble-Methoden und Datenvereinfachung.
  • Ein überangepasstes Modell hat einen geringen Bias und eine hohe Varianz, was die Effektivität gefährdet.


Was ist Überanpassung?


Überanpassung ist ein Modellierungsfehler in der Statistik, der auftritt, wenn eine Funktion zu eng an einen begrenzten Satz von Datenpunkten angepasst ist. Das Modell ist daher nur in Bezug auf seinen ursprünglichen Datensatz nützlich, nicht jedoch auf andere Datensätze. Es ist bedeutsam in der Finanzanalyse und im maschinellen Lernen.

Überanpassung des Modells nimmt im Allgemeinen die Form an, ein übermäßig komplexes Modell zu erstellen, um Eigenheiten der untersuchten Daten zu erklären. In der Realität weisen die Daten oft ein gewisses Maß an Fehlern oder zufälligem Rauschen auf. Der Versuch, das Modell zu eng an leicht ungenaue Daten anzupassen, kann das Modell mit erheblichen Fehlern infizieren und seine Vorhersagekraft verringern.

Es ist wichtig, Modelle mit externen Daten zu testen, um die Genauigkeit sicherzustellen. Strategien zur Minderung von Überanpassung umfassen Kreuzvalidierung und Ensemble-Methoden.



Warum Überanpassung auftritt und welche Auswirkungen sie hat


Ein häufiges Problem ist beispielsweise die Verwendung von Computeralgorithmen zur Durchsuchung umfangreicher Datenbanken historischer Marktdaten, um Muster zu finden. Bei ausreichender Untersuchung ist es oft möglich, ausgefeilte Theoreme zu entwickeln, die Renditen an der Börse mit hoher Genauigkeit vorherzusagen scheinen.

Wenn solche Theoreme jedoch auf Daten außerhalb der Stichprobe angewendet werden, erweisen sie sich wahrscheinlich lediglich als Überanpassung eines Modells an das, was in Wirklichkeit nur zufällige Ereignisse waren. In allen Fällen ist es wichtig, ein Modell an Daten zu testen, die außerhalb der zur Entwicklung verwendeten Stichprobe liegen.



Techniken zur Vermeidung von Überanpassung


Zu den Möglichkeiten, Überanpassung zu verhindern, gehören die Kreuzvalidierung, bei der die für das Training des Modells verwendeten Daten in Falten oder Partitionen aufgeteilt werden und das Modell für jede Falte ausgeführt wird. Anschließend wird die gesamte Fehlerschätzung gemittelt. Weitere Methoden umfassen Ensemble-Methoden: Vorhersagen werden aus mindestens zwei separaten Modellen kombiniert, Datenaugmentierung, bei der der verfügbare Datensatz vielfältig erscheint, und Datenvereinfachung, bei der das Modell gestrafft wird, um Überanpassung zu vermeiden.



Wichtig


Finanzexperten müssen sich stets der Gefahren einer Über- oder Unteranpassung eines Modells auf der Grundlage begrenzter Daten bewusst sein. Das ideale Modell sollte ausgewogen sein.



Die Rolle der Überanpassung beim maschinellen Lernen


Überanpassung ist auch ein Faktor beim maschinellen Lernen. Sie kann auftreten, wenn eine Maschine darauf trainiert wurde, auf eine bestimmte Weise nach bestimmten Daten zu suchen, aber wenn derselbe Prozess auf einen neuen Datensatz angewendet wird, sind die Ergebnisse falsch. Dies liegt an Fehlern im erstellten Modell, da es wahrscheinlich einen geringen Bias und eine hohe Varianz aufweist. Das Modell könnte redundante oder überlappende Merkmale aufweisen, was dazu führt, dass es unnötig kompliziert und daher wirkungslos wird.



Vergleich von Überanpassung und Unteranpassung


Ein überangepasstes Modell kann zu kompliziert sein und es unwirksam machen. Ein Modell kann jedoch auch unterangepasst sein, d. h. es ist zu einfach, mit zu wenigen Merkmalen und zu wenig Daten, um ein effektives Modell zu erstellen. Ein überangepasstes Modell hat einen geringen Bias und eine hohe Varianz, während ein unterangepasstes Modell das Gegenteil ist – es hat einen hohen Bias und eine niedrige Varianz. Das Hinzufügen weiterer Merkmale zu einem zu einfachen Modell kann helfen, den Bias zu begrenzen.



Fallstudie: Überanpassung in der Praxis


Beispielsweise beschließt eine Universität, die eine höhere Studienabbrecherquote als gewünscht verzeichnet, ein Modell zu erstellen, um die Wahrscheinlichkeit vorherzusagen, dass ein Bewerber den Abschluss erreicht.

Zu diesem Zweck trainiert die Universität ein Modell mit einem Datensatz von 5.000 Bewerbern und deren Ergebnissen. Anschließend wendet sie das Modell auf den ursprünglichen Datensatz an – die Gruppe von 5.000 Bewerbern – und das Modell sagt das Ergebnis mit 98% Genauigkeit voraus. Um die Genauigkeit zu testen, wenden sie das Modell jedoch auch auf einen zweiten Datensatz an – weitere 5.000 Bewerber. Dieses Mal ist das Modell jedoch nur zu 50% genau, da das Modell zu eng an eine enge Datenuntermenge angepasst war, in diesem Fall die ersten 5.000 Bewerbungen.

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