Überhedging
Was ist Over-Hedging? Definition, Mechanismus und Beispiel
Wichtige Erkenntnisse
- Überabsicherung ist eine Strategie, bei der die Absicherung die ursprüngliche Position übersteigt, was oft zu einer Nettogegenposition führt.
- Diese Taktik kann unbeabsichtigt Hedging in spekulative Aktivitäten umwandeln und das Risiko erhöhen.
- Überabsicherung sichert Preise für mehr Vermögenswerte als nötig und schränkt potenziell die Gewinne der ursprünglichen Position ein.
- Ein rückläufiger Markt könnte von Überabsicherung profitieren, aber das Fehlen einer Absicherung birgt ein höheres Risiko.
Was ist Überabsicherung?
Überabsicherung ist eine Risikomanagementstrategie, die eine gegenläufige Position verwendet, die die Größe der ursprünglich abgesicherten Position übersteigt, um potenzielle Verluste zu begrenzen. Das Ergebnis kann manchmal zu neuen finanziellen Risiken führen, da es eine Nettoposition in die entgegengesetzte Richtung der Ausgangsposition schaffen kann.
Überabsicherung tritt an Terminmärkten auf und unterscheidet sich von der traditionellen Absicherung. Sie kann unbeabsichtigt oder absichtlich erfolgen.
Überabsicherung erklärt
Bei Überabsicherung ist die eingegangene Absicherung größer als die zugrunde liegende Position, die ursprünglich von der Person gehalten wurde, die die Absicherung vornimmt. Die überabsicherte Position sichert im Wesentlichen einen Preis für mehr Güter, Rohstoffe oder Wertpapiere, als zum Schutz der Position erforderlich sind. Wenn jemand überabsichert ist, beeinträchtigt dies die Fähigkeit, von der ursprünglichen Position zu profitieren.
Überabsicherung in der Praxis: Ein Beispiel aus dem Terminmarkt
Überabsicherung an den Terminmärkten kann eine Frage der falschen Anpassung der Kontraktgröße an den Bedarf sein. Nehmen wir zum Beispiel an, ein Erdgasunternehmen schließt einen Januar-Terminkontrakt ab, um 25.000 Millionen britische Wärmeeinheiten (mmbtu) zu 3,50 $/mmbtu zu verkaufen. Das Unternehmen hat jedoch nur einen Bestand von 15.000 mmbtu, den es absichern möchte. Aufgrund der Größe des Terminkontrakts hat das Unternehmen nun überschüssige Terminkontrakte in Höhe von 10.000 mmbtu.
Diese 10.000 mmbtu an Überabsicherung setzen das Unternehmen tatsächlich einem Risiko aus, da es sich um eine spekulative Anlage handelt, wenn sie bei Fälligkeit des Kontrakts nicht über den zugrunde liegenden lieferbaren Bestand verfügen. Sie müssten diesen auf dem freien Markt beschaffen, mit Gewinn oder Verlust, je nachdem, wie sich der Erdgaspreis in diesem Zeitraum entwickelt.
Ein Rückgang des Erdgaspreises würde durch die Absicherung gedeckt, den Bestandspreis des Unternehmens schützen, und das Unternehmen würde einen zusätzlichen Gewinn erzielen, indem es die überschüssige Menge zu einem höheren Vertragspreis liefert, als es auf dem Markt kaufen kann. Ein Anstieg des Erdgaspreises hingegen würde dazu führen, dass das Unternehmen mit seinem Bestand weniger als den Marktwert erzielt und dann noch mehr ausgeben muss, um den Überschuss durch den Kauf zum höheren Preis zu erfüllen.
Wichtig
Überabsicherung erfolgt oft versehentlich; für viele Unternehmen ist jedoch das Fehlen jeglicher Absicherung ein weitaus größeres Risiko.
Überabsicherung vs. keine Absicherung: Abwägung der Risiken
Wie oben gezeigt, kann Überabsicherung tatsächlich zusätzliches Risiko schaffen, anstatt es zu beseitigen. Überabsicherung ist im Wesentlichen dasselbe wie Unterabsicherung, da beide eine falsche Verwendung der Absicherungsstrategie darstellen.
Es gibt natürlich Situationen, in denen eine schlecht aufgebaute Absicherung besser ist als gar keine Absicherung. Im obigen Erdgasszenario sichert das Unternehmen seinen Preis für den gesamten Bestand und spekuliert dann versehentlich auf die Marktpreise. In einem rückläufigen Markt hilft die Überabsicherung dem Unternehmen, aber der wichtige Punkt ist, dass das Fehlen einer Absicherung einen tiefen Verlust auf den gesamten Bestand des Unternehmens bedeuten würde.
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